Presseeinladung
36. Interdisziplinärer Kongress der Deutschen Kontinenz Gesellschaft: Thematisieren, was zu oft verschwiegen wird – Wissenschaft im Dialog
Am 14. und 15. November 2025 lädt die Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V. zum 36. Kontinenz Kongress nach Bielefeld ein.
Rund 1.000 Fachärzt:innen, Pflegefachpersonen und Physiotherapeut:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen in Bielefeld zusammen, um aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Diagnostik und Therapie von Inkontinenz und Beckenbodenerkrankungen zu diskutieren.
In diesem Jahr stehen zwei bislang zu wenig beachtete Themen im Fokus:
- Weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C) – eine gravierende Menschenrechtsverletzung mit medizinischen Folgen
- Sexuelle Traumatisierung und ihre Rolle bei funktionellen Blasenbeschwerden
Ein besonderer Vortrag erwartet die Teilnehmenden bei der Kongresseröffnung am 14. November um 12:00 Uhr:
Angelina Akpovo, die als Aktivistin und Protagonistin im Filmprojekt „The Other Vulva“ mitwirkt und die Filmregisseurin Sarah Fürstenberg stellen dieses wichtige Filmprojekt vor. Das Filmprojekt thematisiert mit symbolischen Bildern das sensible Thema der Genitalverstümmelung. Ziel des Films ist es, eine breite gesellschaftliche Diskussion anzustoßen.
Im Anschluss spricht Dr. med. Isabel Runge, eine der führenden Expertinnen in Deutschland zum Thema weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation/Cutting – FGM/C).
Die Gynäkologin leitet das Freiburger Zentrum für Frauen mit Genitalbeschneidung (FZG). In ihrer medizinischen Praxis und durch zahlreiche Vorträge setzt sie sich für die Versorgung, Aufklärung und Schulung im Umgang mit betroffenen Patientinnen ein.
Schätzungen zufolge leben in Deutschland über 104.000 betroffene Frauen und Mädchen. Die Versorgung dieser Patientinnen stellt Ärzt:innen in der hausärztlichen, gynäkologischen, geburtshilflichen und pädiatrischen Praxis vor Herausforderungen. Von großer Bedeutung für die Behandlung ist spezifisches Wissen und Sensibilität.
Auf dem Kongress werden auch internationale Referenten erwartet, so Dr. med. Hilary Mabeya mit dem Thema “Complex Pelvic Fistulas in African Women: The Challenges and Opportunities of an Ongoing Epidemic.” Dr. med. Hilary Mabeya ist ein kenianischer Gynäkologe und Gründer der Gynocare Women’s and Fistula Hospital in Eldoret, Kenia. Er gilt als einer der führenden Experten im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und deren medizinische Folgen.
Obstetric Fistula ist eine schwere medizinische Komplikation, die vor allem in Ländern mit eingeschränktem Zugang zu geburtshilflicher Versorgung auftritt. Sie entsteht durch lang andauernde, unbehandelte, erschwerte Geburten, bei denen der Druck des Kindes auf das umliegende Gewebe zu einer Gewebsnekrose führt. Dadurch bildet sich eine unnatürliche Öffnung (Fistel) zwischen dem Geburtsweg (meist Vagina) und der Blase oder dem Enddarm. Obstetric Fistula gilt als vermeidbare Erkrankung, die jedoch Millionen Frauen betrifft – oft in Verbindung mit weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) oder Frühverheiratung.
Im weiteren Verlauf des Kongresses wird darüber hinaus das sensible Thema der Sexuellen Traumatisierung und ihre Rolle bei der Entstehung von funktionellen Blasenbeschwerden beleuchtet.
Neben diesen Schwerpunkten bietet der Kongress ein breites Spektrum an medizinischen Fachvorträgen, Workshops und wissenschaftlichen Sitzungen zu Themen wie:
- Funktionelle Urologie in besonderen Situationen
- Überaktive Blase
- Urogynäkologie und Deszensuschirurgie
- Blasen- und Darmfunktionsstörungen
Das Kongresspräsidium unterstreicht die interdisziplinäre Ausrichtung der Deutschen Kontinenz Gesellschaft:
In diesem Jahr wurde das Kongressprogramm von dem Urologen Dr. med. Fabian Queißert, Leiter des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums am Universitätsklinikum Münster, der Gynäkologin Dr. med. Claudia Fischäß, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Christopherus Kliniken Coesfeld Dülmen Nottuln und dem Proktologen Dr. med. Erik Allemeyer, Chefarzt der Klinik für Proktologie, Kontinenz- und Beckenbodenchirurgie, Niels Stensen Kliniken, Franziskus Hospital Harderberg zusammengestellt.
Wir laden Sie herzlich ein zur Berichterstattung über den Fchkongress
14. und 15. November 2025
Stadthalle Bielefeld
Willy-Brandt-Platz 1
33602 Bielefeld
Das vollständige Programm sowie das Anmeldeformular finden Sie unter:
👉 Kontinenzkongress – Startseite
Pressekontakt:
Dr. Marion Friers
📞 069 – 795 88 395 | 📱 0175 – 688 0583
✉️ presse@kontinenz-gesellschaft.de
Inkontinenz betrifft über zehn Millionen Menschen in Deutschland. Die 1987 gegründete Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V. ist die eine medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft, die sich auf Prävention, Diagnostik und Behandlung von Harn- und Stuhlinkontinenz sowie Beckenbodenstörungen spezialisiert hat. Mit 2500 Fachexpert:innen aus Urologie, Gynäkologie, Chirurgie, Neurologie, Pädiatrie, Pflege, Physiotherapie und Pharmazie fördert sie die Qualitätssicherung in der Behandlung und Beratung. Die Gesellschaft anerkennt bundesweit ärztliche Beratungsstellen und zertifiziert gemeinsam mit anderen medizinischen Fachgesellschaften die Kontinenz- und Beckenbodenzentren sowie Zentren für Interstitielle Zystitis (IC-Zentren). Aktuell gibt es über 1000 ärztliche Beratungsstellen, 43 Kontinenz- und Beckenbodenzentren und 11 IC-Zentren. Regelmäßige Kongresse und Bildungsangebote unterstützen den Wissenstransfer in die Praxis.Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V. ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF).