Das Kontinenz-Infoportal
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Mit positivem Lebensgefühl älter werden

Welche Formen der Harn- und Stuhlinkontinenz Ihnen begegnen können

Wir von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft können Ihnen versichern: Inkontinenz ist keine Frage des Alters! Was Sie als älterer Mensch aber wissen sollten ist, dass das Risiko an einer Harn- und Stuhlinkontinenz zu erkranken mit zunehmendem Lebensalter steigt. Wichtig für Sie zu wissen als ältere Betroffene bzw. Angehörige ist die Tatsache, dass es unterschiedliche Formen der Harn- und Stuhlinkontinenz gibt, bei denen unterschiedliche Behandlungskonzepte greifen können. Wir stellen Ihnen hier die Formen vor, ohne diese jedoch in punkto Häufigkeit zu gewichten. Ziehen Sie beim Verdacht auf eine Harn- und Stuhlinkontinenz immer einen erfahrenen Mediziner z. B. aus einem zertifizierten Kontinenz- und Beckenbodenzentrum zu Rate. Er wird Sie gründlich untersuchen, die Harn- und Stuhlinkontinenz im Kontext weiterer – auch altersbedingter Beschwerden – betrachten und eine auf Sie bzw. Ihren Angehörigen abgestimmte Behandlung einleiten.

Belastungsinkontinenz:
Vielleicht ist Ihnen diese Form der Inkontinenz schon unter dem Namen Stressinkontinenz begegnet. Die Rede ist hier aber nicht von seelischem Stress, sondern körperlicher Belastung. Der Name Stressinkontinenz wird daher nicht mehr benutzt, sondern von Belastungsinkontinenz gesprochen.
Kennzeichen: Beim Lachen, Niesen oder Husten oder Lachen kommt es zum unwillkürlichen Harnabgang, wobei im Vorfeld aber kein Harndrang verspürt wurde. Auch beim Heben schwerer Gegenstände oder sonstiger körperlicher Belastung, kann ein unkontrollierter Urinverlust passieren.

Überaktive Blase:
Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Sie müssen, wissen aber dass Ihre Blase noch gar nicht voll sein kann? Das nennt sich Dranginkontinenz, die zusammen mit häufigem und drängendem Harndrang eine Überaktive Blase ausmachen. Dieses Phänomen kann mehrmals pro Stunde auftreten. Der Betroffene kommt nicht schnell genug zur Toilette. Die Ursachen können vielfältig sein und sollten in jedem Fall durch einen erfahrenen Arzt untersucht werden, da von einer Harnwegsinfektion, über eine Prostataerkrankung einen lokalen Hormonmangel der Frau bis hin zur Nervenschädigung alles möglich sein kann.

Überlaufinkontinenz:
Von einer Überlaufkontinenz spricht man, Inkontinenz bei voller Blase entsteht.
Neben dem Risiko einer Harninkontinenz geht das Älterwerden auch mit einer möglichen Stuhlinkontinenz einher.
Mediziner teilen diese in drei verschiedene Schweregrade ein:

Grad
1

Es gehen unkontrolliert Winde ab

Grad
2

Weicher Stuhl kann nicht gehalten werden

Grad
3

Fester Stuhl geht unfreiwillig ab

Wir von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft kennen viele Betroffene und Ihre Angehörigen. Wir empfehlen Ihnen den Gang zum Arzt, in eine anerkannte Beratungsstelle oder ein zertifiziertes Kontinenz- und Beckenbodenzentrum. Gefühle wie Scham und Scheu sind in Ihrer Lebenssituation natürlich. Als Ärzte kennen wir das Leid, was mit einer Harn- und Stuhlinkontinenz einhergeht. Vertrauen Sie sich uns an, denn wir können gemeinsam versuchen Ihr Leiden zu lindern und Ihnen mehr Lebensqualität zu schenken. Konsultieren Sie einen Experten, denn je schneller dieser sich Ihrer Inkontinenz medizinisch annimmt, umso größer ist die Chance, diese noch in den Griff zu bekommen.

Folgende Langzeittipps sollten Sie in Erwägung ziehen, wenn es ihr gesundheitlicher Status erlaubt bzw. erforderlich macht:

  • Beckenbodentraining
  • Blasentraining
  • Reduktion des Gewichtes 
  • Ernährungsumstellung mit mehr Ballaststoffen
  • Medikamentöse Behandlung
  • Operativer Eingriff
  • Nutzung med. Hilfsmittel 

 

Das Wichtigste vorab: Ein Arztbesuch und eine gesicherte Diagnose ist es auch deshalb immens wichtig, weil Sie damit einen evtl. Anspruch an Hilfsmitteln gegenüber der Kranken- oder Pflegekasse begründen können. Je nachdem wie die Diagnose ausfällt und um welchen Grad der Harn- oder Stuhlinkontinenz es sich handelt, kann folgenden Soforthilfe sinnvoll sein:

Nutzen Sie Hilfsmittel: wie 

  • Bettschutzeinlagen, 
  • Windeln, 
  • Einlagen 
  • Spezielle Unterhosen.
  • Analtampons

Jedes dieses Hilfsmittel schützt den Körper und gewährleistet eine Hygiene im Intimbereich.

Unabhängig ob Sie selbst betroffen sind oder ein Angehöriger und ohne Blick auf den Schweregrad: Wir von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft möchten Sie ausdrücklich ermutigen sich Hilfe und Beratung zu holen – Sie sind mit Ihren Sorgen nicht allein. Sprechen Sie die als Beratungsstelle anerkannten Ärzte oder die Experten den zertifizierten Kontinenz- und Beckenbodenzentren an bzw. vereinbaren Sie dort einen Termin.