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kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2015

kontinenz aktuell Juli/2015 7 einer kleinen Prostata (< 40 ml) de- nen von Männern mit größerer Drü- se (t 40 ml) gegenüber. Es kam in der ersten Gruppe zu einem An- stieg der rektal gemessenen Tempe- ratur um im Mittel 0,54 beziehungs- weise 0,44 Grad Celsius und einem Abfall des präoperativen IIEF-Werts von 20,9 beziehungs- weise 20,6 auf 17,3 und 18,7 Punkte nach drei Monaten sowie 17,9 und 18,7 Punkten nach einem Jahr. Die Autoren sahen Patienten mit eher kleinen Drüsen daher ei- nem höheren Risiko der Verschlech- terung der erektilen Funktion ausge- setzt (3). In der vorliegenden Arbeit wird erstmals die kontinuierliche Mes- sung der rektalen Temperatur den Ergebnissen der präoperativ und drei Monate postoperativ erhobe- nen IIEF-Werten sowohl bei Patien- ten nach TUR-P wie auch nach 180-Watt-XPS™-Greenlight-Lase- rung gegenübergestellt. Material und Methode In die Untersuchung wurden alle Patienten eingeschlossen, die im Zeitraum Mai 2013 bis Dezember 2013 in der Urologischen Klinik des Evangelischen Krankenhauses Witten gGmbH einer TUR-P (n = 45) oder einer 180-Watt-XPS™- Greenlightlaserung (n = 55) zu- geführt wurden und bei denen präoperativ eine unterschriebene Einverständniserklärung sowie ein ausgefüllter IIEF-5 Fragebogen vor- lag. Die Differential-Indikation für die Elektroresektion beziehungs- weise die 180-Watt-XPS™-Green- light-Laserung erfolgte nach Patien- tenwunsch, präoperativem PSA- Wert, Dauermedikation mit Anti- koagulantien beziehungsweise Thrombozyten-Aggregationshem- mern nach innerhäusigem Stan- dard und wurde für die Untersu- chung nicht verändert. Die erektile Funktion wurde unter Zu- hilfenahme des IIEF-5 Fragebogens präoperativ und drei Monate post- operativ ermittelt. Bei dem IIEF-5 Fra- gebogen handelt es sich um einen aus fünf Fragen bestehenden Frage- bogen. Vier Fragen beziehen sich auf den Bereich der Erektionsfähig- keit, eine Frage nimmt Bezug auf die Zufriedenheit mit dem Ge- schlechtsverkehr (Abb. 1). Der Fragebogen gilt in klinischen Studien als Standard bei der Erfas- sung der Erektilen Dysfunktion und orientiert sich an der Definition des National Institutes of Health (NIH). Frage 1 lässt eine Abstu- fung zwischen „1 Punkt“ und „5 Punkten“, die Fragen zwei bis fünf von „0 Punkten“ bis zu „5 Punk- ten“ zu. Aus den Antworten wird eine Punktsumme gebildet (1–25 Punkte), die eine erste Einschät- zung über die erektile Funktion zu- lässt: • 22–25 Punkte: keine Erektions- störung • 17–21 Punkte:leichte Erektions- störung • 12–16 Punkte:leichte bis mode- rate Erektionsstörung • 8–11 Punkte: moderate Erekti- onsstörung • d 7 Punkte: schwere Erektions- störung. Der IIEF-5 besitzt eine Sensitivität von 0,98 und eine Spezifität von 0,88 bei der Unterscheidung, ob eine Erektile Dysfunktion vorliegt oder nicht (4, 5). Perioperativ erfolgte eine transrek- tale Temperaturmessung über eine handelsübliche, wiederverwend- bare Rektalsonde der Firma Drä- ger aus der Intensivmedizin mit ei- ner sekündlichen Registrierung über den Anästhesiemonitor. Die Sonde wurde in der präoperativen Vorbereitung circa fünf Zentimeter ab Analring rektal eingeführt und die Lage in Prostatahöhe mittels di- gital rektaler Austastung optimiert. Neben dem IIEF-5-Wert und der transrektalen Temperatur flossen das Patientenalter, die Prostatagrö- ße, die Schnitt-Naht-Zeit (Operati- onsdauer), die Laserdauer sowie -energieabgabe mit in die statisti- sche Auswertung und Betrachtung ein. Ein positives Votum der Ethik- kommission der Ärztekammer Westfalen-Lippe lag vor. Statistik Zur Überprüfung eines Einflusses der gemessenen rektalen Tempera- tur während der Operation auf ei- ne eventuelle Erektile Dysfunktion wurde ein multiples lineares Re- gressionsmodell berechnet. Als ab- hängige Variable wurde die Durchschnittstemperatur während der Operation modelliert. Als un- abhängige Variablen wurden die Schnitt-Naht-Zeit, die Operations- methode („TUR-P“ versus „180- Watt-XPS™-Greenlight-Laserung“), die Messung des IIEF-5-Punktwerts, das präoperative Volumen der Prostata und das Alter der Patien- ten in das Modell integriert. Für ein Signifikanzniveau D= 0.05 wurden alle unabhängigen Varia- blen hinsichtlich ihres Einflusses auf das Modell getestet. Als sekun- däre Analyse wurde die Maximal- temperatur während des Eingriffs als abhängige Variable in einem weiteren multiplen linearen Re- gressionsmodell überprüft. Als de- skriptive Analyse erfolgte eine Charakterisierung aller stetigen Parameter hinsichtlich der Lage (Median und Mittelwert) und der Streuung (Interquartilspanne und Standardabweichung). Alle kate- gorialen Parameter wurden hin- sichtlich ihres relativen Vorkom- mens dargestellt. Ergebnisse Es lagen Ergebnisse zu 100 Patien- ten vor. Die demografischen Para- meter (Alter, Prostatavolumen, Schnitt-Naht-Zeit und präoperativer IIEF-5) wiesen keine statistisch signi- fikanten Differenzen auf (Tab. 1). Es zeigte sich für die 180-Watt- XPS¥-Greenlight-Laserung der Prostata ein stärkerer Abfall des IIEF-5-Werts nach drei Monaten. Diese Differenz war jedoch gegen- über der TUR-P mit einem p-Wert von 0,07 nicht signifikant. Stratifiziert nach dem präoperati- ven Ausgangsniveau des IIEF- 5-Werts war der Abfall des post- operativen IIEF-5-Werts bei Männern mit einer bereits präope- rativ leicht bis moderat (präoperati- Originalarbeit kontinenz aktuell Juli/20157

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