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kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2015

kontinenz aktuell Juli/2015 21 Abstracts Einnässen im Kindes- und Jugendalter: Monozentrische Erfahrung bei etwa 4.000 Patienten – Eine retrospektive Analyse der ersten 700 Fälle. Kaminsky, A.; Bonn, I.; Hüppelshäuser, M.; Sperling, H.; Kaufmann, A. Zentrum für Kontinenz und Neuro-Urologie, Kliniken Maria Hilf GmbH, Mönchengladbach Einleitung: Einnässen gehört zu den häufigsten Störungen des Kin- desalters. Etwa 25 % der Vierjährigen, 10 % der Sie- benjährigen und 1–2 % der Jugendlichen nässen ein. Das Geschlechterverhältnis zwischen Jungen und Mäd- chen beträgt 2:1. Oft ist es nicht nur eine Ursache, die zu diesen Störungen führt. Entsprechend breit gefächert sind die therapeutischen Strategien, die ihrer Kausalität entsprechend angewendet werden müssen. Material und Methode: In den Jahren 2006–2013 wurden in Mönchenglad- bach etwa 46.700 Patienten mit Blasenfunktionsstö- rungen ambulant und stationär behandelt. Ca. 4.000 dieser Patienten (etwa 8,5%) waren Kinder und Jugendliche im Alter von 6–18 Jahren, die an Symptomen eines Einnässens litten. Bei allen Kin- dern und Jugendlichen erfolgte nach ausführlicher Diagnostik, die immer die leitliniengerechte Basisdi- agnostik und ggfs. auch eine weiterführende Diag- nostik beinhaltete, eine bedarfsgerechte Therapie. Retrospektiv erfolgte eine Analyse der therapeuti- schen Strategien. Ergebnisse: Vorgestellt werden die Daten der bisher ausgewerte- ten Akten der ersten 700 Kinder und Jugendlichen (58% Jungen, 42% Mädchen, mittleres Alter: 7,5 Jahre). 44% der Patienten waren bereits vorbehan- delt. Mit 53% war die primäre nicht-monosymptoma- tische Enuresis nocturna (NMEN) die häufigste Diagnose, gefolgt von der primären monosymptoma- tischen Enuresis nocturna (MEN) mit 16%. Bei 19% der Kinder fanden sich im Rahmen der Vorstellung weitere, zuvor nicht diagnostizierte urologische oder gynäkologische Krankheitsbilder, die einer weiteren Therapie bedurften (z.B. 21% Vulvovaginitis, 7% Maldeszensus testis u.a.). Eine invasive Diagnostik war nur selten notwendig. In nur 38% der Fälle war eine Monotherapie ausreichend. Bei mehr als 60% der Fälle kam ein multimodales Therapiekonzept zur Anwendung. Bei der NMEN führte in 18% der Fälle eine Urotherapie bereits zum Therapieerfolg. Am häufigsten wurde bei der Behandlung der NMEN die Urotherapie mit Anticholinergika kombiniert (17,6%). In der Mehrzahl der Fälle waren jedoch Kombinationen von 2 oder 3 Therapien notwendig. Die Behandlungszeiten bis zum Trockenwerden vari- ierten bei den einzelnen Diagnosen sehr stark. Schlussfolgerungen: 8,5 % der Patienten in einem multidisziplinären Konti- nenz- und Beckenbodenzentrum sind Kinder und Ju- gendliche mit den Symptomen des Einnässens. Ein großer Teil der Kinder hat bereits einen oder mehrere Therapieversuche hinter sich. Ein multimodaler Thera- pieansatz ist nahezu die Regel, um die Symptome zu verbessern oder zu beseitigen. Trotz intensiver und re- gelmäßiger Betreuung werden nicht alle Patienten kontinent und/oder brechen die Behandlung ab. Wissenschaftliche Leitung PD Dr. med. Annett Gauruder-Burmester PD Dr. med. Gralf Popken Unter der Schirmherrschaft der BUG, BDC, DGSMTW 4. Interdisziplinärer Beckenbodenkongress 2015 06.–07.11.2015|Potsdam Konferenzzentrum Ernst von Bergmann Workshops | Vorträge | Expertenaustausch Themenschwerpunkte: INFOS UND REGISTRIERUNG www.ibk-kongress.de kontinenz aktuell Juli/201521

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