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kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2015

kontinenz aktuell Juli/201520 Abstracts Wissenschaftliche Highlights des 27. Kongresses der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V. – 27. bis 28. November 2015, München – Teil 1 Onabotulinumtoxin A im Rahmen von transurethralen Prostataeingriffen: Langzeitergebnisse bei Patienten mit subvesikaler Obstruktion und Drangsymptomen Aksenov A.V., Knüpfer S., Osmonov D.K., Naumann C.M., Jünemann K.-P., Hamann M.F. Klinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätsklinikum Schleswig Holstein, Campus Kiel, Kiel Einleitung: Drangsensationen sind ein Kardinalsymptom des be- nignen Prostata Syndroms (BPS). Ihre adäquate Be- handlung ist neben der Deobstruktion maßgeblich für den Erfolg der individuellen Therapie. In dieser Indi- kation kann Onabotulinumtoxin A (OnaBx) simultan zu transurethral ablativen Prostataverfahren (Laserva- porisation, TURP) in der Blase eingesetzt werden. Der Langzeitverlauf einer kombinierten Therapie (Laserva- porisation und OnaBx) im Vergleich zu einer her- kömmlichen, transurethralen Monotherapie (TURP, La- servaporistation) ist Gegenstand dieser Analyse. Methode: Es wurde eine Kohorte von 100 konsekutiven Patien- ten mit einem Follow-up von mind. 5 Jahren retrospek- tiv analysiert, die sich aufgrund einer symptomati- schen benignen Prostatahyperplasie einer herkömmlichen TURP (Gruppe 1), einer Laservapori- sation (Greenlight, Gruppe 2) oder einer kombinier- ten Therapie (OnaBx 100 IE und Laservaporisation, Gruppe 3) unterzogen haben. Patienten mit fakultativ neurogener Genese ebenso mit Harnverhaltungen wurden ausgeschlossen. Neben der Auswertung der perioperativen Phase anhand stationärer Akten erfolg- ten Telefoninterviews zur Erfassung des Follow-up. Ergebnisse: Der Nachbeobachtungszeitraum betrug 83,1±16,5 Monate. Das mittlere Patientenalter (Gruppen 1–3*) bei der Operation betrug 68,7±4,4 Jahre (69,0±4,5, 67,9±4,2 und 69,2±4,4, n.s.). Das durchschnittliche Prostatavolumen betrug 46,6 (17–84)ml (51,5; 42,1 und 47,6ml, n.s.) Der präoperative PSA-Wert lag im Mittel bei 2,6 (0,1–14,1) (2,7; 2,4 und 2,6, n.s.) ng/ml. Zur Auswertung im Rahmen des telefonischen Follow-ups kamen 55 Fälle. Neben obstruktiven Symptomen wie Harnstrahlabschwächung und Rest- harnbildung (38,2%) im gesamten Kollektiv standen in den Gruppen 1 und 2 die Nykturie (23,5%), in Gruppe 3 die Drangsymptomatik (66,7%**) an- amnestisch im Vordergrund. Im unmittelbar periopera- tiven Verlauf zeigten die jeweiligen Verfahren keine signifikanten Unterschiede. Bei 90,9% (92,3, 95,2 und 85,7, n.s.) der Patienten zeigte sich die Therapie erfolgreich. Hiervon erreichen postoperativ 80% (76,9, 95,2 und 66,7**) nach 14 Tagen Symptom- freiheit. Weitere 20% (23,1, 4,8** und 33,3) erfah- ren eine Symptomlinderung nach bis zu 8 Wochen postoperativ. Erneute Drangsymptome traten bei 13.7% (8,3, 9,5 und 22,2**) nach <48 Monaten Follow-up auf. Insgesamt 85,5% (92,3, 85,7 und 81,0, n.s.) der Patienten verblieben im Verlauf ohne weitere Behandlung, 7,2% (7,7, 4,8 und 9,5, n.s.) er- hielten eine medikamentöse Therapie und 5,5% (0**, 9,5 und 4,8, n.s.) bedurften einer transurethralen Reintervention der Prostata. Schlussfolgerungen: Die Anwendung von OnaBx zur Therapie von Drang- beschwerden im Rahmen von transurethralen Eingrif- fen an der Prostata erscheint sicher und effektiv. Trotz signifikant erweiterter Indikationsstellung ist die Patientenzufriedenheit und Komplikationsrate der Kombinationstherapie mit OnaBx vergleichbar mit alleiniger Laservaporisation oder TUR-Prostata. Die Langzeitergebnisse belegen den zusätzlichen Nutzen der Kombinationstherapie. Mittelwerte der Gruppen 1–3 und Signifikanzen wer- den in Klammern genannt ** p<0.05

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