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kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2015

kontinenz aktuell Juli/201518 log des Maßes der Lipophilität. Über die Frage, ob sich diese pharmakologischen Unterschiede in der Realität auf die Kognition der zumeist älteren Patienten aus- wirken, ist ein wissenschaftlicher Streit entbrannt. So liegt eine Un- tersuchung für Fesoterodin an „665 älteren Patienten“ (43) und an „vulnerablen Älteren“ (44), für Solifenacin an 26 „älteren Freiwil- ligen“ mit „milder kognitiver Beein- trächtigung“ vor (45). Bei keiner dieser Untersuchungen wurden die Co-Morbiditäten erhoben oder die Medikation erfasst, es wurden am- bulante Patienten befragt oder Pa- tienten mit einer kognitiven Beein- trächtigung zu Beginn der Untersuchung ausgeschlossen. Fazit Die Entitiät einer „therapierefraktä- ren OAB“ ist bisher nicht definiert. Eine weite Bandbreite von Grün- den auf Seiten des Patienten wie eine schlechte Compliance, ein un- gezügelter Koffeingenuss, eine Adipositas, Substanzen in der CO- Medikation wie Antidementiva, Di- uretika oder SGLT-2-Inhibitoren, un- therapierte Comorbiditäten oder auch eine unzureichende Einwei- sung in die Therapie können dazu führen, dass die Standardtherapie der OAB mit Antimuskarinika nicht zum Erfolg führt. Aber auch die Ausgangsdiagnose einer „idiopa- thischen OAB“ kann problematisch sein: Rein deskriptiv über Sympto- me von der ICS definiert, ist der Nachsatz „in Abwesenheit einer Infektion oder anderen Ätiologien“ von enormer Bedeutung und be- darf der Ausnutzung der gesamten urologischen Diagnostik mit einer erweiterten Mikrobiologie, Ureth- ro-Zystoskopie und PE, Introitusso- nografie und transrektaler PE. Pharmakologische Besonderheiten der zur Verfügung stehenden Anti- cholinergika einerseits und der va- riablen Pathophysiologie der OAB andererseits sind weitere Faktoren, die für ein „Pseudo-Therapieversa- gen“ verantwortlich sein können: Unterschiede in der Pharmakokine- tik mit variabler oraler Resorption, Beeinflussung durch die Nieren- und Leberfunktion und einen inkon- stanten hepatischen Abbau der meisten Anticholinergika über Zy- tochrome sowie ein unterschiedli- cher Rezeptorstatus der zugrunde- liegenden OAB-Form sollten Veranlassung sein, vor der Einlei- tung invasiver Maßnahmen eine individuelle Dosistitration oder ei- ne Kombinationstherapie einzuset- zen. Interessenkonflikte: PD Dr. Andreas Wiedemann: Bera- tungstätigkeit für Astellas Pharma, Pfizer Pharma, Dr. Pfleger, Vor- tragstätigkeit für AMS Deutsch- land, Astellas, Berlin Chemie, Jan- sen, Pharmallergan, Pfizer, Dr. Pfleger, Pohl-Boskamp, Aktien/Be- teiligungen: keine. Prof. Dr. Hans Jürgen Heppner: Be- ratungstätigkeit: Astellas Pharma, Forschungsunterstützung: ThermoS- cience, Forschungskolleg Geriatrie der Robert-Bosch-Stiftung, Wissen- schaftsforum Geriatrie, Vortragstä- tigkeit: Pfizer Pharma, Bayer He- alth Care, Mundipharma, Astellas Pharma, MSD, Publikationsunter- stützung: Pfizer Pharma Korrespondenzanschrift: Priv.-Doz. Dr. Andreas Wiedemann Urologische Abteilung Evangelisches Krankenhaus im Diakoniewerk Ruhr gGmbH Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten Pferdebachstraße 27–43 58455 Witten awiedemann@diakonie-ruhr.de Übersichtsarbeit

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