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kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2014

kontinenz aktuell Juli/2014 7 samtkollektiv als auch getrennt für Männer und Frauen sowie unter Berücksichtigung des Vorliegens von unteren Harntraktbeschwer- den (LUTS) beschrieben. Um die Verteilung eines metri- schen Merkmals (Alter, Anzahl der Medikamente, Anzahl der Erkran- kungen, Anzahl der Diabetes- Komplikationen) bei Patienten mit und ohne LUTS zu vergleichen, wurde der Mann-Whitney-U-Test verwendet. Der exakte Fisher-Test wurde benutzt, um zu prüfen, ob Gruppenzugehörigkeit und kate- goriale Merkmale unabhängig voneinander sind. Alle statisti- schen Tests erfolgten zweiseitig zum Signifikanzniveau 0.05. Ergebnisse Basisdaten Zwei Datenblätter der 118 befrag- ten Patienten waren nicht auswert- bar, sodass 116 Bögen von 69 Männern und 47 Frauen mit Dia- betes mellitus Typ 2 verblieben. Das mittlere Alter der Patienten der vorliegenden lokalen Untersu- chung lag mit 63,5 Jahren um 4,9 Jahre unter dem der bundesweiten Wittener Erhebung. Dies korres- pondierte mit dem Unterschied in der mittleren Diabetes-Dauer, die mit 6,5 Jahren für die lokale Unter- suchung 2,3 Jahre kürzer als in der bundesweiten Untersuchung war. Demgegenüber lag das mitt- lere Gewicht mit 83,2 kg genau um ein Kilogramm höher; der HbA1c-Wert mit 7,6 versus 7,05 über dem der bundesweiten Unter- suchung. Diabetes-Komplikationen In der lokalen Befragung wurden eine erektile Dysfunktion bei 29 Prozent der Männer (vs. 61,4 % bundesweit), kardiovaskuläre Er- krankungen bei 20,7 Prozent aller Diabetiker (vs. 38,2 %), eine Poly- neuropathie bei 14,7 Prozent (vs. 29,3 %) und Augenkomplikatio- nen bei 8,6 Prozent (vs. 25,8 %) dokumentiert. Eine eingeschränkte Kognition wurde in der lokalen Er- hebung bei 4,3 Prozent (vs. 21,1%), eine Nephropathie bei 16,4 Pro- zent (vs. 18,6 %) attestiert. Fuß- ulzera wurden bei sechs Prozent der Befragten und ein Status nach Amputation bei 0,9 Prozent gese- hen (vs. 6,9 bzw. 2,1 %). Begleiterkrankungen Bei 74,1 Prozent der Befragten wurde eine arterielle Hypertonie (bundesweit 73,9 %), bei 33,6 Prozent eine Lipidstoffwechselstö- rung (bundesweit 48,6 %) und bei 54,3 Prozent eine Adipositas (bun- desweit 48,2 %) gesehen. Eine Gelenkarthrose bestand in der lo- kalen Untersuchung bei 16,4 Pro- zent (vs. 39 %), eine koronare Herzkrankheit bei 25,9 Prozent (vs. 36,4 %) und eine Herzinsuffi- zienz bei 11,2 Prozent (vs. 22,5%). In 2,6 Prozent wurde eine Demenz erfasst (9,3 %), sonstige Begleit- erkrankungen in 29,3 Prozent (11,2 %). Schlafstörungen fanden sich in 11,2 Prozent (vs. 28,6 %), eine rheumatoide Arthritis in 3,4 Prozent (vs. 12,4 %). Harntraktbeschwerden Lower urinary tract symptoms wur- den in der lokalen Befragung bei 39,1 Prozent aller befragten Pa- tienten im Vergleich zu 67, 9 Pro- zent in der bundesweiten Erhe- bung angegeben. Diese LUTS ent- fielen auf 42 Prozent der in der lokalen Untersuchung befragten Männer und 34, 8 Prozent der be- fragten Frauen, während von LUTS in der bundesweiten Erhebung 65,5 Prozent der diabetischen Männer und 74 Prozent der Frau- en betroffen waren (Abb. 1). In der lokalen Untersuchung domi- nierten wie in der bundesweiten Be- fragung die Pollakisurie und die Nykturie als das vorherrschende Symptom. Der Anteil der eine In- kontinenz angebenden Frauen lag mit 62,5 Prozent über dem korres- pondierenden Anteil in der bundes- weiten Befragung mit 48,8 Prozent; bei den befragten Männern lag er niedriger mit 13,8 Prozent versus 23,5 Prozent (Abb. 2 und 3). Hinsichtlich der Altersverteilung der Patienten mit und ohne Harn- traktbeschwerden zeigt sich, dass Patienten, die über LUTS berich- ten, signifikant älter sind als solche ohne LUTS. Dies ist in der statisti- schen Analyse sowohl für das Ge- samtkollektiv als auch für Männer und Frauen signifikant (Tab. 1). Für das Gesamtkollektiv zeigt sich ein statistisch signifikanter Zusam- menhang zwischen einer Medika- menteneinnahme und dem Vorlie- gen von Harntraktbeschwerden für Antidepressiva (p = 0,004) und nicht-steroidaler Antirheumatika (NSAR) (p = 0,015) (Tab. 2). Abb. 1: Harntraktbeschwerden bei Typ-2-Diabetikern nach Geschlecht geordnet 100 % 80 % 60 % 40 % 20 % 0 % 65,5 % 74,0 % 42,0 % 34,8 % Männer bundesweit Frauen bundesweit Männer lokal Frauen lokal Originalarbeit

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