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kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2014

kontinenz aktuell Juli/2014 3 Editorial Für den Bereich Kontinenz gibt es kompetente Ansprechpartner aus den jeweiligen medizinischen Fach- bereichen, wie die Liste der Bera- tungsstellen im Anhang der Zeit- schrift zeigt. Interdisziplinäre Zu- sammenarbeit der Fachgebiete ist nicht nur sinnvoll, sondern auch For- derung der Deutschen Kontinenz Gesellschaft für ein Kontinenz- und Beckenbodenzentrum. Interdiszipli- narität betrifft aber nicht nur die täg- liche fachliche Zusammenarbeit, sondern auch die Fortbildung. In diesem Sinne bietet die Deutsche Kontinenz Gesellschaft schon immer Fortbildung für Ärzte und Therapeu- ten an. Neu ist dieses Jahr die Ver- anstaltungsreihe für Pflegekräfte und Assistenzpersonal. Ziel ist es nicht nur, ärztliches Assistenzpersonal im wahrsten Sinne als „Arzthelfer“ bei der Erfassung und Auswertung von zum Beispiel Miktionsprotokollen zu schulen, sondern auch für den Ein- satz bei Patienten- und Angehöri- genschulungen etwa in der Hilfsmit- telversorgung einzusetzen. Ein wei- teres wichtiges Aufgabenfeld könnte es sein, aktiv Patienten auf ein Konti- nenzproblem anzusprechen und ei- ne eventuell jahrelange inadäquate Selbstversorgung zu beenden. Die ersten Veranstaltungen in München und Hamburg haben stattgefunden. Sie waren nicht nur gut besucht, son- dern auch die Rückmeldungen wa- ren positiv. Der Weg, allen an der Bewältigung der Inkontinenzproble- matik Beteiligten entsprechende Fortbildung anzubieten, ist richtig und muss weiter ausgebaut werden. In den wissenschaftlichen Artikeln wird deutlich, dass man vielleicht auch die Apotheker und ihre Ange- stellten in die Fortbildungs- überlegungen mit einbe- ziehen sollte. Sie beraten den Patienten im Hinblick auf die Medikamentenein- nahme und klären auch oft über Nebenwirkungen auf. Der spezialisierte Facharzt ist hier am Bei- spiel der anticholinergen Nebenwirkung vieler Me- dikamente überfordert. Über die Einnahmen apo- thekenpflichtiger Medika- mente (z.B. Sedativa, An- tihistaminika, Antiemetika) wird er auch oft nicht durch die Patienten oder Angehörigen informiert. So wird dann eine auftretende anticholiner- ge Nebenwirkung bei der medika- mentösen Behandlung einer Drang- inkontinenz fälschlicherweise al- lein der Inkontinenztherapie zuge- schrieben, die im Prinzip sinnvoll ist, aber im Gesamtkontext der vor- liegenden Polymedikation gesehen werden muss. Auch die Selbstmedi- kation des Patienten wird häufig dem Behandler nicht transparent gemacht; hier könnte der Apothe- ker die entscheidende Schnittstelle mit Hinweis beispielsweise auf Zy- tochrominteraktionen bei Grape- fruitsaft oder Johanniskraut sein. Auch der Jahreskongress der Deut- schen Kontinenz Gesellschaft in Frank- furt unter der Leitung von Prof. Dr. Axel Haferkamp und Prof. Dr. Wolf-Otto Bechstein wird die Interdisziplinarität widerspiegeln. Nach spezifischen, medizinischen Fachreferaten wird wieder die ganze Breite des Themen- bereiches Kontinenz bis hin zur Laien- fortbildung abgebildet werden. Frankfurt steht aber dieses Jahr nicht nur durch den Jahreskon- gress im Mittelpunkt. Unsere Ge- schäftsstelle ist von Kassel nach Frankfurt umgezogen. Dies ge- schah aus zwei Gründen: Frank- furt ist für die Vorstandsmitglieder und den Expertenrat reisemäßig besser erreichbar, unsere bisheri- ge Geschäftsführerin Frau Christa Thiel ist in den Ruhestand getreten, und unsere neue Geschäftsführerin Frau Isabelle Braun stammt aus dem Raum Frankfurt. An dieser Stelle sei noch einmal Frau Thiel gedankt. Ohne ihre engagierte Mitarbeit gäbe es die Deutsche Kontinenz Gesellschaft mit ihrer heutigen erfolgreichen Arbeit nicht. Wir sind überzeugt, dass Frau Braun mit ihrem Team diese Tätigkeit nicht nur mit Erfolg wei- terführt, sondern durch ihre Per- sönlichkeit auch neue Akzente setzt, die uns allen in der Gesell- schaft zugutekommen. Unsere bes- ten Wünsche begleiten sie. Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Fortbildung Prof. Dr. Ingo Füsgen, Ehrenmitglied und Mitglied des Expertenrates der Deutschen Kontinenz Gesellschaft, Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke PD Dr. Andreas Wiedemann, urologische Abteilung, Evangelisches Krankenhaus Witten, Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke Prof. Dr. Ingo Füsgen PD Dr. Andreas Wiedemann

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