Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2014

kontinenz aktuell Juli/201424 Abstracts Zielsetzung Das Internet dient aktuell für rund 60 bis 80 Prozent der Patienten als Informationsquelle für Gesundheitsin- formationen. Insbesondere Patienten mit Harninkonti- nenz befinden sich nach Diagnosestellung aufgrund verschiedener Behandlungsalternativen in einem Pro- zess zur Entscheidungsfindung. Wir untersuchten da- her mithilfe validierter Tools die Qualität, Zugänglich- keit und Verständlichkeit von englischsprachigen Ge- sundheitsinformationen zur Harninkontinenz im Inter- net. Material und Methoden Wir führten eine Internetsuche bei www.google.de zum Suchbegriff „urinary incontinence“ durch. Die ersten zehn Homepages wurden für die Analyse nach Qualität, Zugänglichkeit und Verständlichkeit der Ge- sundheitsinformationen einbezogen. Die Qualität wur- de mithilfe des HONcode (Health On the Net Code) evaluiert. Der HONcode ist der am meisten benutzte ethische Verhaltenskodex für die Veröffentlichung von medizinischen Informationen im Internet. Die Zugäng- lichkeit wurde mithilfe des hierfür validierten LIDA- Tools bewertet. Die Verständlichkeit der Gesundheits- informationen wurde anhand der Lesbarkeitsindizes Flesch Reading Ease Grade Level und Automated Readability Index beurteilt. Ergebnisse Sechs von zehn Homepages (60 %) wurden durch den HONcode als Gesundheitsinformation mit Einhal- tung ethischer Standards zertifiziert. Das LIDA-Tool zeigte einen durchschnittlichen Zugänglichkeitswert der Homepages von 89 Prozent, ± sechs Prozent. Die Mittelwerte für die Lesbarkeit der Homepages waren für das Flesch Reading Ease Grade Level 8,3 ± 1,7 und für den Automated Readability Index 9,1 ± 1,3, entsprechend einer neunjährigen Schulbildung und dementsprechend dem Leseniveau für einen deut- schen Hauptschulabschluss. Schlussfolgerung Die meistgesuchten Gesundheitsinformationen im In- ternet zum Thema Harninkontinenz haben eine gute Qualität und eine sehr gute Zugänglichkeit. Die Infor- mationen sind für Personen mit einem dem deutschen Hauptschulabschluss entsprechenden Bildungsniveau verständlich lesbar. Daher sollte Patienten mit Harn- inkontinenz das Internet als Informationsquelle für Gesundheitsinformationen empfohlen werden. Qualität, Zugänglichkeit und Verständlichkeit von Gesundheitsinformationen zum Thema Harninkontinenz im Internet Borgmann, H., Steiner, E., Kurosch, M., Haferkamp, A., Frankfurt am Main Urotherapeutische Betreuung von Kindern mit neurogener Blasenfunktionsstörung bei Meningomyelocele – Umsetzung aktueller Leitlinien in die alltägliche Praxis Beetz, R., Watzel, L., Stein, R., Mainz Die urologisch-nephrologische Betreuung setzt bei Spina bifida heute bereits unmittelbar im Anschluss an die operative Versorgung der Meningomyelocele ein. Vorrangiges Ziel aller diagnostischen und thera- peutischen Maßnahmen sind die Unversehrtheit der ableitenden Harnwege und die Erhaltung einer un- eingeschränkten Nierenfunktion. Bereits innerhalb der ersten Lebensmonate bildet die urodynamische Diagnostik die Grundlage für eine Risiko-Einschät- zung und für den bedarfsgerechten Einsatz verschie- dener Modalitäten des sauberen intermittierenden Katheterismus sowie für eine differenzierte medika- mentöse Behandlung. In der Praxis sind nicht nur die spezifischen Untersuchungsbedingungen bei Säug- lingen und Kindern, sondern auch das Fehlen ver- bindlicher Normalwerte für einige Messparameter ei- ne Herausforderung bei der Interpretation der Unter- suchungsergebnisse. Die Dynamik der individuellen Befunde bei engmaschigen Verlaufskontrollen hat nicht zuletzt deswegen einen hohen Stellenwert. Vor- aussetzung für den langfristigen Therapieerfolg – auch hinsichtlich der Kontinenzentwicklung – ist ein kontinuierliches Betreuungsangebot bis in das Er- wachsenenalter unter Einschluss intensiver Beratungs- arbeit, Förderung der Compliance und Bereitstellung einer adäquaten Hilfsmittelversorgung sowie Unter- stützung bei deren Finanzierung. Die aktuelle AWMF-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der neu- rogenen Blasenfunktionsstörungen bei Patienten mit Meningomyelocele trägt diesen Umständen Rech- nung. Wir stellen anhand von Beispielen dar, wie sie sich in der alltäglichen Praxis durch Kooperation von Kindernephrologie, -urologie und Urotherapie umset- zen lässt.

Seitenübersicht