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kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2014

kontinenz aktuell Juli/2014 21 Abstracts Der transvesikale Zugang: ein sicherer Weg zur Versorgung von Fisteln zur Harnblase nach gynäkologischen Eingriffen Katzenwadel, A., Freiburg Ziel Fistelbildungen zum unteren Harntrakt nach gynäkolo- gisch-operativer Therapie auch gutartiger Erkrankungen oder nach Entbindungen werden oft verzögert diagnosti- ziert. Ist eine operative Versorgung erforderlich, kommen in Abhängigkeit von der Lokalisation prinzipiell unter- schiedliche Zugangswege infrage. Es sollen die eigenen Ergebnisse mit dem transvesikalen Zugang dargestellt und in Bezug zu anderen Verfahren gesetzt werden. Patienten und Methode Von 2002 bis 2014 wurden in unserer Urologischen Klinik insgesamt 30 Patientinnen mit Fistelbeteiligung des unteren Harntrakts operiert, wovon in 18 Fällen ein gynäkologischer Eingriff bei gutartiger Erkrankung oder eine Entbindung ursächlich war. Bei 20 Patientin- nen wurde primär offen transvesikal, bei zwei Patientin- nen transvaginal operiert. Neun Patientinnen wurden aufgrund weitgehender tumor- oder bestrahlungsbe- dingter Beeinträchtigung der Blasenfunktion bereits pri- mär mit einer hohen Harnableitung versorgt. Ergebnisse Bei 28 Patientinnen lag eine vesikovaginale, bei drei Patientinnen eine utero-vaginale und bei zwei Patien- tinnen eine uretero-vaginale Fistel vor. Nur bei zwei Patientinnen nach transvesikaler Operation (beide Z. n. Radiadio) kam es zu einem frühen Fistelrezidiv. Bei 17 der 18 Patientinnen mit gutartiger Grunderkran- kung oder Entbindung konnte die Fistel erfolgreich transvesikal therapiert werden. Komplikationen nach transvesikalem Zugang traten nicht auf. Schlussfolgerung Mit dem transvesikalen Zugang steht uns eine sehr si- chere und erfolgversprechende Therapieoption zur Behandlung von Harnblasen-Fisteln nach gynäkologi- schen Eingriffen zur Verfügung. AdVance XP: Ergebnisse einer Multicenterstudie Kretschmer, A.1 , Klehr, B.1 , Gebhartl, P.2 , Rehder, P.3 , May, F.4 , Stief, C-G.1 , Gozzi, C.5 , Homberg, R.6 , Bauer, R. M.1 1 München, 2 Vöcklabruck, Österreich, 3 Innsbruck, Österreich, 4 Dachau, 5 Bozen, Italien, 6 Hamm Einleitung Die AdVance XP-Schlinge wurde 2010 auf dem Markt eingeführt und hat die AdVance-Schlinge mittlerweile auf dem deutschen Markt abgelöst. Die technischen Innovationen umfassen beispielsweise ein neues An- kersystem zur Vermeidung einer Schlingenlockerung in der postoperativen Frühphase sowie eine Verlänge- rung der Schlingenärmchen, um Stabilität auch bei höheren BMI zu gewährleisten. In der vorliegenden internationalen Multicenterstudie sollten die funktio- nellen Ergebnisse der AdVance XP-Schlinge evaluiert werden. Material und Methoden 62 Patienten mit Belastungsinkontinenz nach radika- ler Prostatektomie wurden in die Studie eingeschleust. Prä- und postoperativ wurden die folgenden Parame- ter bestimmt: 24-h-Pad-Test, Restharn, IIEF5, IPSS und Lebensqualität (I-QOL und ICIQ-UI SF), postoperative Schmerzen (mittels visueller Analogskala, VAS), Kom- plikationen (nach Clavien-Dindo) und PGI-Score. Pa- tienten mit einem Urinverlust von null bis fünf Gramm im Pad-Test galten als „geheilt“. Patienten mit einer Re- duktion des Urinverlustes um mehr als 50 Prozent wur- den als „gebessert“ klassifiziert. Ergebnisse Nach drei Monaten waren 67,7 Prozent der Patienten geheilt und 29 Prozent verbessert. Der durchschnittliche Urinverlust sank signifikant auf 49,1 Gramm, I-QoL und ICIQ-UI SF stiegen signifikant (alle p < 0,001). Die post- operativen Schmerzen im VAS lagen bei 0,6 und der PGI bei 1,5. Nach zwölf Monaten (n = 33) waren 72 Prozent geheilt und 22 Prozent verbessert. Der durch- schnittliche Urinverlust sank signifikant auf 20,5 Gramm, I-QoL und ICIQ-UI SF stiegen signifikant (alle p < 0,001). Die postoperativen Schmerzen in der VAS lagen bei 0,4 und der PGI bei 1,4. Zu keinem Zeit- punkt zeigte sich im IIEF5 oder IPSS eine signifikante Veränderung. Intraoperative Komplikationen traten nicht auf. Vier Patienten hatten einen persistierenden Harnverhalt/Restharn, und es musste eine Banddurch- trennung erfolgen. Es trat keine Schlingeninfektion, Harnröhrenarrosion oder Schlingenexplantation auf. Zusammenfassung Die vorliegende Studie zeigt für die AdVance XP- Schlinge gute Ergebnisse in der Behandlung der männlichen Belastungsinkontinenz nach radikaler Pro- statektomie. Die niedrigen Komplikationsraten unter- streichen die Sicherheit des Systems.

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