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kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2014

kontinenz aktuell Juli/201420 Abstracts Patienten und Methoden Zwischen Januar 2009 und Juli 2013 unterzogen sich an unserer Klinik 72 Patienten einer peripheren Ner- venevaluation (PNE). Im Rahmen dieser Testphase wurde bis zu vier Wochen unter Führen eines Mikti- onsprotokolls der Effekt der SNM getestet. Das mittle- re Follow-up betrug 27,6 Monate. Die statistische Analyse erfolgte mit SPSS 12.0 (p < 0,05). Ergebnisse Das mittlere Alter der Patienten betrug 49 Jahre. In un- serer Patientenkohorte wiesen 39 (54 %) der durch PNE evaluierten Patienten eine > 50%-Besserung ihrer Ausgangssituation auf. Bei allen der 39 Patienten wur- de ein InterStim Twin zur beidseitigen SNM implan- tiert. Die mittlere Operationszeit der Twin-Implantation betrug 64 Minuten. Im Mittel blieben die Patienten 5,5 Tage stationär. Intraoperativ ereigneten sich keine Komplikationen. Nachblutungen und/oder Sensibili- tätsstörungen wurden bei keinem Patienten beobach- tet. Defekte, sowohl am Neuromodulator als auch den Elektroden, ereigneten sich bei sechs Patienten. Bei weiteren sechs Patienten zeigte sich eine Wundinfek- tion. Aufgrund eines Defektes oder einer Wundinfek- tion musste der Neuromodulator bei zwei Patienten (5 %) entfernt werden. Im Ergebnis betrug die Erfolgs- rate für die OAB 81 Prozent und für Patienten mit chronisch nicht-obstruktiver Harnretention 77 Prozent. Schlussfolgerung Die SNM ist ein zweistufiges Verfahren. In einer Test- phase, der sogenannten PNE, wird der Effekt der SNM geprüft. Morbidität und chirurgisches Trauma der PNE sind gering. Nach der Implantation des defi- nitiven Neuromodulators liegen die Langzeiterfolgs- raten bei 70 bis 80 Prozent. Neue S2k-AWMF-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) „Management und Durchführung des Intermittierenden Katheterismus (IK) bei Neurogenen Blasenfunktionsstörungen“ Kurze, I., Bad Berka; Geng, V., Lobbach; Böthig, R., Hamburg Einleitung Der Intermittierende Katheterismus (IK) stellt seit den 1960-er Jahren die Methode der Wahl zur Blasenent- leerung bei neurogenen Blasenfunktionsstörungen dar. Es gilt festzuhalten, dass der aseptische Einmal-Kathete- rismus auch in der Langzeitanwendung eine komplikati- onsarme Methode zur druck- und restharnfreien Entlee- rung der Harnblase für Patienten mit neurogenen Bla- senfunktionsstörungen darstellt. Je nach Setting (Durch- führungsort) und Anwendern werden unterschiedliche Ansprüche an die Durchführung des IK gestellt. Eine Fragebogenerhebung (2011) zur Durchführung des Intermittierenden Katheterismus zeigte eine erheb- liche Heterogenität des Vorgehens. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, die Methodik des IK (Selbst- und Fremdkatheterismus) zu standardisieren. Methode Die Leitlinie wurde in einem strukturierten Konsensus- Verfahren entsprechend der AWMF-Vorgaben von Mitgliedern des Arbeitskreises Neuro-Urologie und des Arbeitskreises Pflege der Deutschsprachigen Me- dizinischen Gesellschaft für Paraplegie (DMGP) erar- beitet und über die DGU veröffentlicht. Die Entwicklergruppe der Leitlinie bestand aus Vertre- tern folgender Berufsgruppen: Neuro-Urologie, Chi- rurgie, Gesundheits- und Krankenpflege, Pflegewis- senschaften, Urotherapie und Hygiene. Die Leitlinie wurde unter Mitarbeit von Patientenvertretern erstellt und einem umfangreichen Review-Verfahren unter Mit- wirkung zahlreicher Fachgesellschaften unterzogen. Ergebnisse Zunächst werden die Indikationen zum IK dargelegt und Begriffe wie „steriler, aseptischer und hygienischer Katheterismus“ definiert. Das für den IK notwendige Material (Qualität der konfektionierten Einmalkatheter, zugelassene Desinfektionsmittel zur Schleimhaut-Desin- fektion) wird ausführlich vorgestellt. Die Technik der Meatus-Desinfektion und des Katheterisierens wird dar- gestellt. Ausführlich werden mögliche Komplikationen und deren Management unter besonderer Berücksichti- gung der Autonomen Dysreflexie und der Harnwegsin- fekte erläutert. Abschließend werden rechtliche Aspek- te und Fragen der Erstattungsfähigkeit des Katheter- materials und der Desinfektionsmittel diskutiert. Schlussfolgerungen Mit dem vorliegenden Konsensus soll zu einer Verein- heitlichung des IK beigetragen, Verunsicherungen be- seitigt und den Anwendern (Fachpersonal, Betroffe- nen und deren betreuenden Personen) eine konkrete Hilfestellung geboten werden. Ein besonderer Schwer- punkt liegt in praktischen Handlungsanweisungen zur Durchführung des IK. Damit soll die Etablierung des IK in verschiedenen Settings (Klinik, Rehabilitation, Lang- zeitpflege und häuslicher Bereich) unterstützt werden. Eine breite Implementierung der Leitlinie soll zu einer Reduktion der Risiken und Komplikationen bei der meist lebenslangen Durchführung des IK führen.

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