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kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2014

kontinenz aktuell Juli/2014 13 Übersichtsarbeit I. Füsgen1, 4 , A. Wiedemann2, 4 , D. Schütz3, 4 1 Geriatrie, Marienhospital Bottrop 2 Urologie, Evangelisches Krankenhaus Witten gGmbH 3 Klinik für Geriatrie am Evangelischen Krankenhaus Essen-Werden 4 Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke Problematik der Komedikation bei der Behandlung der Dranginkontinenz Der typisch ältere Patient mit Drang- inkontinenz ist oftmals auch wegen anderer Erkrankungen in pharma- kologischer Therapie. Eine vorlie- gende Polymedikation ist beim äl- teren Patienten eher die Regel als die Ausnahme. Viele, häufig von Älteren genutzte Medikamente ha- ben dabei anticholinerge Neben- wirkungen (Tab. 1). 9,2 Prozent der über 60-Jährigen nehmen Me- dikamente mit anticholinergen Ne- benwirkungen und haben häufig auch entsprechende Nebenwirkun- gen (Ancellin 2006). Dabei stehen insbesondere die zentralen Ne- benwirkungen mit den kognitiven Störungen im Mittelpunkt. In der Untersuchung von Frau Ancellin und Mitarbeiter (2006) betreffen die kognitiven Störungen 80 Pro- zent gegenüber 35 Prozent bei Medikamenten ohne anticholiner- ge Nebenwirkungen die Patienten. In einer amerikanischen Untersu- chung nehmen die über 65-Jähri- gen in 47 Prozent Medikamente mit einer möglichen anticholiner- gen Wirkung beziehungsweise Nebenwirkung ein, und das Risiko für kognitive Störungen und Sterb- lichkeit steigt signifikant (Fox 2011). kontinenz aktuell 63/2014 63: 13–17, © Bibliomed 2014 I. Füsgen • A. Wiedemann • D. Schütz Problematik der Komedikation bei der Behandlung der Dranginkontinenz Ältere Patienten leiden häufig an einer Multimorbidität. Die- se bedingt eine Polymedikation, wobei viele Medikamente eine anticholinerge Nebenwirkung aufweisen. Im Vorder- grund stehen dabei die kognitiven Störungen. Die Behand- lung der Dranginkontinenz wird erfolgreich mit Anticholi- nergika durchgeführt, die dann im Zusammenhang mit der bestehenden Polymedikation zu sehen sind. Indikation, Me- dikationsanalyse, individuelle Medikationsdosierung, Prak- tikabilität bei der Medikamenteneinnahme, Medikamenten- monitoring und frühzeitige Erfassung funktioneller Neben- wirkungen der Anticholinergika sind von Bedeutung. Be- sonders wichtig erscheint das Vermeiden einer Langzeitbe- handlung mit Anticholinergika in kognitiv belastender Do- sierung. Schlüsselwörter: Dranginkontinenz anticholinerge Nebenwirkungen Anticholinergika kognitive Störungen Comedication problems in the treatment of urge incontinence Polymedication is common among the elderly as a result of multimorbidity. Due to the current clinical use of drugs with anticholinergic activity, many patients present with side-ef- fects, the most significant of these being cognitive impair- ment. Anticholinergics are used successfully in the treat- ment of urge incontinence, and must therefore be consi- dered in connection with existing polymedication. Indication, medication analysis, individual medication dosing, practi- cability of medication intake, medication monitoring, and early reporting of functional adverse events associated with the anticholinergics are of significance. The avoid- ance of long-term anticholinergic use in a cognitively burden- some dose would appear to be particularly important. Key words: Urge incontinence Anticholinergic effects Anticholinergics Cognitive impairment Zusammenfassung • Abstract

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