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kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2014

kontinenz aktuell Juli/201410 tel „LUTS bei Diabetes mellitus Typ 2“ (20) wurden erstmals systema- tisch und flächendeckend in Deutschland Symptome des unte- ren Harntraktes (LUTS) bei Typ- 2-Diabetikern erfasst. Obwohl kein Vergleichskollektiv ohne Diabetes mitgeführt wurde, deutet sich eine deutlich höhere Inzidenz von Symptomen des unteren Harntrak- tes als in vergleichbaren epidemio- logischen Untersuchungen aus westlichen Industrieländern an ei- ner Normalpopulation an. Sie wird etwa für ein vergleichbares, unselektioniertes Patientenklientel aus Japan – befragt in der ärztli- chen Praxis – mit 38 Prozent für Männer und 36 Prozent für Frauen angegeben (22). Mit dem identischen Erhebungsbo- gen wie in der bundesweiten Be- fragung wurden nun in einer loka- len Erhebung in einer diabetologi- schen und einer urologischen Pra- xis in Castrop-Rauxel über vier Wochen Patienten von zwei Ärz- ten befragt. Die Eingangskriterien (Patienten mit Typ-2-Diabetes ohne bisherige Behandlung von Mikti- onsbeschwerden) waren mit denen der bundesweiten Erhebung iden- tisch. Naturgemäß war damit das Ver- hältnis der beiden Fachgruppen anders als in der bundesweiten Be- fragung: Hier wurden die Patienten überwiegend von Hausärzten oder Internisten befragt. Im Einzelnen waren es 34,5 Prozent Patienten, die von Urologen und 65,5 Pro- zent, die von Allgemeinmedizi- nern, praktischen Ärzten oder In- ternisten befragt wurden. Die Re- duktion auf zwei Interviewer mit ihren spezifischen Kenntnissen und die unterschiedlichen Kollektivgrö- ßen (4.071 vs. 116 Patienten) be- dingen naturgemäß Unterschiede in den Ergebnissen der Befragun- gen. So liegt das mittlere Alter der in der lokalen Erhebung Befragten um 4,2 Jahre unter dem der bun- desweiten Erhebung; folgerichtig beträgt auch die mittlere Diabetes- Dauer mit 6,5 versus 8,8 Jahren 3,3 Jahre weniger. Dieser Um- stand erklärt, warum „LUTS“ in der bundesweiten Erhebung bei 67,9 Prozent aller Befragten und in der lokalen bei 39,1 Prozent der Be- fragten dokumentiert wurden. Wa- ren LUTS bundesweit bei 65,5 Pro- zent der Männer und 74 Prozent der Frauen mit Diabetes zu erfra- gen, lag der korrespondierende Anteil in Castrop-Rauxel bei 42 be- ziehungsweise 34,8 Prozent. Analog zu der bundesweiten Erhe- bung fand sich bei den Patienten der lokalen Untersuchung als häu- figstes Harntraktsymptom die Polla- kisurie, gefolgt von der Nykturie. Während in der lokalen Untersu- chung für die befragten Frauen in einem höheren Anteil eine Harn- inkontinenz dokumentiert werden konnte (62,5 % vs. 48,5 %), lag der Anteil der inkontinenten Män- ner hier niedriger (13,8 % vs. 23,5 %). Hinsichtlich der Inkonti- nenzart ließen sich in der lokalen Befragung für die weiblichen Pa- tienten nahezu identische Prozent- zahlen für die Belastungsinkonti- nenz (68,9 % vs. 69,8 %) und die Dranginkontinenz (50% vs. 46,9%) ermitteln. Für die befragten Män- ner lag der Anteil derer mit Drang- inkontinenz deutlich niedriger (6,9% vs. 27,5%), ebenso wie der Anteil der Männer mit Belastungs- inkontinenz (3,4 % vs. 19,4 %). Während in der bundesweiten Er- hebung bei den befragten Män- nern die Einteilung der empiri- schen Diagnose nahezu aus- nahmslos in den klassischen Rubri- ken „OAB“, „Belastungsinkonti- nenz“ oder „Mischinkontinenz“ er- folgte, nutzten die beiden Untersu- cher der lokalen Erhebung diese Kategorien nur bei 24,1 Prozent der befragten Männer hinsichtlich der überaktiven Blase. Die beiden Untersucher machten hier häufig von der Möglichkeit eines Freitex- tes Gebrauch – 62,1 Prozent der Tab. 4: LUTS und Diabeteskomplikationen im Gesamtkollektiv Augenkomplikationen Polyneuropathie diabetische Nephropathie erektile Dysfunktion kognitive Leistungs- einschränkung Fußulzera Z. n. Amputation kardiovaskuläre Erkrankung ohne LUTS (n = 70) n 3 10 8 11 4 2 1 9 % 4,3 14,3 11,4 15,7 5,7 2,9 1,4 12,9 mit LUTS (n = 45) n 7 7 10 9 1 5 0 15 % 15,6 15,6 22,2 20,0 2,2 11,1 0 33,3 insgesamt (n = 115) n 10 17 18 20 5 7 1 24 % 8,7 14,8 15,7 17,4 4,3 6,1 0,9 20,9 p-Wert 0,047 1,000 0,187 0,618 0,647 0,109 1,000 0,010 Originalarbeit

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