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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2014

kontinenz aktuell März/20148 Originalarbeit scheidenden prognostischen Faktor liefert (1). Bei autonomer diabeti- scher Neuropathie können prinzi- piell an allen vegetativen innervier- ten Organen Funktionseinschrän- kungen messbar sein. Bisher steht das kardiovaskuläre System wohl aufgrund der Hauptursache für die Morbidität und Mortalität bei Dia- betikern im Mittelpunkt der wissen- schaftlichen Untersuchungen. Auf- grund der großen Schwierigkeit, nerval bedingte Funktionsstörun- gen der viszeralen Organe zu di- agnostizieren, standen andere Or- gane, wie die Harnblase bis in die 1990er-Jahre im Schatten wissen- schaftlicher Untersuchungen (8–10). Allerdings wurden bereits in den 1980er-Jahren erste wissenschaftli- che Kenntnisse bezüglich des Ein- flusses des Diabetes auf die Funkti- on der Harnblase publiziert (1). Hierbei wurden zwei Formen un- terschieden: • Detrusorhyperreflexie • Detrusorhypo- bzw. areflexie. Die Harnblasenfunktionsstörungen in dieser Studie konnten fünf unter- schiedliche Funktionsstörungen un- terscheiden, bedingt auch durch ein deutlich größeres Patienten- kollektiv. Diese zusätzliche Erkenntnis unter- streicht die Notwendigkeit einer in- tensiven Diagnostik auch bei Dia- betikern, insbesondere bei Thera- pieversagern. Als Erklärung für die unterschiedli- chen Störungsmuster der Harnbla- senfunktion infolge einer autonomen diabetischen Neuropathie sind mehrere Faktoren denkbar: • unterschiedliche Lokalisation der nervalen Schädigung (zentral, peripher) • unterschiedliche Dauer und un- terschiedliches Ausmaß der ner- valen Schädigung (zum Beispiel neurogene Detrusorhyperaktivi- tät in der Frühphase oder bei nur geringer Nervenschädigung durch supranukleäre Läsion, neu- rogene Detrusorhypoaktivität in der Spätphase oder bei stärkerer infranukleärer Läsion“) • unterschiedliche Beeinträchti- gung der parasympathischen/ sympathischen Harnblaseninner- vation • mögliche Kombinationen von Schädigungen der beiden auto- nomen Anteile • zusätzliche sekundäre funktions- wirksame Veränderungen einer chronischen Schädigung der Harnblasenfunktion (vesikorena- le/vesikoureterale Refluxe, Über- dehnung der Harnblase). Klinische Zeichen einer Harnbla- senfunktionsstörung beim Diabeti- ker sollten künftig unbedingt An- lass sein, eine ausführliche Diag- Abb.: Verteilung des Patientengutes im Zeitraum von 1985 bis 2000 (n = 148)

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