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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2014

kontinenz aktuell März/2014 7 Originalarbeit nenz nachgewiesen werden. Zwei Patientinnen litten zusätzlich an ei- ner Belastungsinkontinenz. Die Entleerung der Harnblase erfolgte ausschließlich mit der Bauchpres- se, allerdings unvollständig. IV. Detrusordykoordination In der zahlenmäßig kleinsten Gruppe (neun Patienten, drei Frau- en, sechs Männer) gaben alle eine erschwerte Harnblasenentleerung mit Pollakisurie, Nykturie sowie Restharn an. Die mittlere totale Harnblasenkapazität war normal und lag bei 400 ml. Bei sieben Pa- tienten (eine Frau, sechs Männer) war Restharn nachweisbar (Durch- schnitt: 90 ml). Zwei Patientinnen konnten die Harnblase trotz insuffi- zienter Detrusorkontraktion mithilfe der Bauchpresse vollständig ent- leeren. Der mittlere Detrusordruck war 38 cm H2 O, der mittlere Harnfluss war mit zehn Milliliter pro Sekunde vermindert, die mittle- re Miktionszeit war mit 61 Sekun- den verlängert, das mittlere Mikti- onsvolumen war aufgrund der Restharnbildung mit 200 ml er- niedrigt. Videografisch war eine insuffiziente Detrusorkontraktilität feststellbar (trotz Detrusorkontrakti- on und fehlender subvesikaler Ob- struktion war die vollständige Ent- leerung aufgrund ineffektiver De- formierung der Harnblase „sand- uhrförmig“ nicht möglich). V. Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie Diese Gruppe umfasste elf Patien- ten (sieben Frauen, vier Männer). Die totale Harnblasenkapazität lag mit durchschnittlich 480 ml im Normbereich. Bei neun Patienten (fünf Frauen, vier Männer) war Restharn nachweisbar (Durch- schnittlich: 60 ml). Das effektive Miktionsvolumen betrug demnach im Durchschnitt 420 ml. Die mittle- re Miktionszeit war mit 103 Sekun- den verlängert, der mittlere Harn- fluss war mit acht Milliliter pro Se- kunde erniedrigt und verlief stak- katoartig. Drei Patienten (zwei Frauen, ein Mann) litten an einer Detrusor-Sphinkter-internus-Dyssy- nergie, bei acht Patienten (fünf Frauen, drei Männer) war ein De- trusor-Sphinkter-externus-Dyssyner- gie videografisch nachweisbar. Diskussion Sowohl über die Pathophysiologie als auch über die Klinik der auto- nomen beziehungsweise somati- schen diabetischen Neuropathie gibt es bis heute keine eindeutigen Kenntnisse. Vermutet wird, dass die Funktionsstörung der Harnbla- se in Abhängigkeit steht zur Schwere und zur Lokalisation der diabetischen Veränderung, die hierbei das Organ selbst, Gefäße und/oder Nerven betreffen kann (6). Zweifellos handelt es sich bei der diabetischen autonomen Neuropa- thie um eine klinisch sehr bedeut- same Folgeerkrankung des Diabe- tes mellitus, da sie hinsichtlich ei- ner Risikoabschätzung für Organ- erkrankungen, der Lebensqualität und der Lebenserwartung einen ent- Tab. Gruppeneinteilung nach dem urodynamischen Untersuchungsbefund, der Patientenanzahl, dem Altersdurchschnitt, der Restharnmenge und dem Geschlecht (n = 148) Gruppe I II III IV V Typ der Harnblasen- funktionsstörung Neurogen überaktiver Detrusor Neurogen hypoaktiver Detrusor Neurogen akontraktiler Detrusor Detrusordys- koordination Detrusor Sphinkter Dyssynergismus Anzahl der Patienten 55 44 29 9 11 % aller Patienten 37,2 29,7 19,6 6,1 7,4 Alters- durchschnitt (Jahre) 58,7 65,3 65,7 61,2 53,4 mit und ohne Restharn (RH) mit RH zw. 50 u.120 ml ohne RH RH zw. 55 u. 600 ml RH zw. 700 u. 4.000 ml RH zw. 50 u. 120 ml RH zw. 50 u. 150 ml Frauen, Männer 8 Frauen, 2 Männer 26 Frauen, 19 Männer 24 Frauen, 20 Männer 4 Frauen, 25 Männer 3 Frauen, 6 Männer 7 Frauen, 4 Männer Stress- komponente 2 Frauen 7 Frauen 15 Frauen 2 Frauen

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