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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2014

kontinenz aktuell März/2014 3 Editorial Der letztjährige, 25. Kon- gress der Deutschen Kontinenz Gesellschaft, verbunden mit dem 77. Seminar des Arbeitskreises Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau, in Hanno- ver hatte sein wissenschaftliches Programm und demzufolge die in- terdisziplinär geführten Diskussio- nen unter das Motto „Kontinenz: Unser gemeinsames Ziel“ gestellt. Einmal mehr lockte der Kongress über 1.000 Chirurgen, Gynäkolo- gen, Urologen, Geriater und Neu- rologen sowie Physiotherapeuten und Pflegekräfte in das Kongress- zentrum nach Hannover. Bereits in ihren Eingangsansprachen stellten sowohl Prof. Dr. Peter Hillemanns sowie Prof. Dr. Markus A. Kuczyk, beide von der MHH, das interdis- ziplinäre Zusammenwirken für ein erfolgreiches Outcome der Thera- pie von harn- und stuhlinkontinen- ten Patienten in den Vordergrund. Hannover hat sehr deutlich die Dis- kussion in den Mittelpunkt gerückt, dass gerade die genaue Diagnose der zugrunde liegenden Erkran- kung respektive Inkontinenzursa- che erst den Erfolg garantiert. Ein Novum des Kongresses war die bewusste Umsetzung praxisorien- tierter Fortbildung. So wurden erst- mals eine ganztägige Fortbildungs- veranstaltung für Assistenz- und Pflegeberufe durchgeführt sowie ein Workshop zur perinealen Sono- grafie und ein Workshop in Form praktischer Urodynamik, der sei- tens des Arbeitskreises Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie angeboten wurde. Gerade die Zu- sprache für praktische Ausbildung, Tipps und Tricks der eingesetzten Diagnostik zeigen das hohe Maß an Akzeptanz, das sich der Jahres- kongress und die Deutsche Konti- nenz Gesellschaft in den vergange- nen 25 Jahren auf dem Gebiet der Harn- und Stuhlinkontinenzdiskussi- on erworben hat. Wir sagen des- halb an dieser Stelle nochmals Dank an Prof. Kuczyk und Prof. Hil- lemanns sowie deren beider Teams für die exzellente Ausrichtung des 25. Jahreskongresses in Hannover. Die vor Ihnen liegende Ausgabe fo- kussiert sehr stark auf den geriatri- schen Patienten, der uns in den nächsten Jahren mehr als beschäfti- gen wird. Es ist in meinen Augen ein Muss für jeden praktizierenden Arzt, sich die Übersichtsarbeit von Schütz et al. zu Herzen zu nehmen. Hier wird sehr deutlich herausge- stellt, worauf es bei diesen älteren geriatrischen und multimorbiden Patienten tatsächlich ankommt: eine individualisierte und zielgerichtete Therapie, die auch an den Wün- schen der Patienten und des Pflege- personals oder den Pflegekräften orientiert sein muss und die vor al- len Dingen Problemfelder berück- sichtigt wie Polymedikation und de- ren Einflussnahme auf die Blasen- funktion respektive die Behandlung einer Inkontinenz unter Berücksichti- gung der multiplen Substanzen, die diese Patienten zumeist zu sich neh- men müssen. Die Originalarbeit von Alloussi et al. widmet sich dem Thema Funktions- störungen der Harnblase durch dia- betische Neuropathie. Gerade die- ses Krankheitsbild ist typisch und symptomatisch für ältere und geria- trische Patienten und zeigt sehr strukturiert auf, welche Blasenfehl- funktionen bei gleicher Symptomatik zugrunde liegen können. Diese Ori- ginalarbeit zeigt eindrucksvoll auf, wie wichtig die sorgfältig durchge- führte Diagnostik vor die Therapie zu stellen ist, weil Fehldiagnosen durch falsche Wahrnehmung des behandelnden Arztes nicht selten in einer falschen Therapie enden. Völlig neu ist der Ansatz der peri- nealen Sonografie zur Diagnostik und konservativen Therapie der männlichen Harninkontinenz von Anding et al. Der Ansatz ist non- invasiv, klingt logisch, und es wird sich zeigen, ob die Perinealsono- grafie auch in der Diagnostik und Therapie der männlichen Harnin- kontinenz einen ähnlichen Erfolg feiern kann, wie dies bei weibli- cher Problematik der Fall ist. Abschließend bleibt mir die Pflicht, Dank zu sagen einer Person, der die Deutsche Kontinenz Gesell- schaft außerordentlich viel ver- dankt, die ihr Leben, ihren Lebens- inhalt mit der Aufgabenstellung der Deutschen Kontinenz Gesellschaft geteilt, diese verinnerlicht und somit auch die Geschicke unserer Gesell- schaft geprägt hat: Christa Thiel. Sie scheidet nach 25 Jahren Ge- schäftsführung der Gesellschaft aus Altersgründen aus, steht mit ihrer kompetenten Meinung der neuen Geschäftsführerin Isabelle Braun je- doch noch beratend zur Seite. Mit dem Wechsel in der Geschäftsfüh- rung hat die Deutsche Kontinenz Gesellschaft ihren Geschäftsort von Kassel nach Frankfurt verlegt, und wir sind voller Zuversicht und Elan, das Erfolgsmodell Deutsche Konti- nenz Gesellschaft weiter mit Leben zu füllen. Worauf es ankommt Prof. Dr. Klaus-Peter Jünemann, 1. Vorsitzender der Deutschen Kontinenz Gesellschaft

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