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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2014

kontinenz aktuell März/2014 21 Frau beschäftigte sich mit neuroge- nen Blasenfunktions- und Blasen- entleerungsstörungen, der Belas- tungsinkontinenz der Frau sowie Enuresis nocturna und Nykturie. Inkontinenz gut therapierbar Eine interdisziplinäre Behandlung ist im Fall der Inkontinenz grund- sätzlich vorzunehmen, da die Er- krankung viele Ursachen haben kann, die unterschiedlichen medi- zinischen Fachgebieten zuzuord- nen sind. Eine wichtige Botschaft für alle Betroffenen ist die Tatsa- che, dass Inkontinenz gut thera- pierbar ist. „Für die Behandlung stehen uns heute medikamentöse und operative Behandlungen zur Verfügung, die eine sehr effektive Therapie dieses Krankheitsbildes erlauben“, sagte Prof. Dr. Markus A. Kuczyk, Direktor der Klinik für Urologie und Urologische Onkolo- gie an der Medizinischen Hoch- schule Hannover (MHH), und ei- ner der beiden Kongresspräsiden- ten. Der hohe Expertisen- und Spe- zialisierungsgrad sei wichtig, um die Erkrankung „richtig“ bewerten und behandeln zu können. An- sonsten werde so lange an den Pa- tienten „herumgedoktert“ bis letzt- lich auch die zertifizierten Zentren nicht mehr helfen könnten. Männer merkten vermutlich im Ver- gleich zu Frauen in noch stärkerem Maße die gesellschaftliche Tabui- sierung von Harninkontinenz. Be- troffene Männer erlebten im Einzel- nen eine intensive negative Stig- matisierung des Krankheitsbildes. Die Dunkelziffer sei entsprechend hoch. Gegenüber den real erfass- ten Zahlen von rund 700.000 kön- ne davon ausgegangen werden, dass etwa 1,5 bis drei Millionen Männer zu den Betroffenen gehör- ten. Männliche Patienten seien hauptsächlich von der aus einer überaktiven Blase resultierenden Dranginkontinenz betroffen, die häufig ohne erkennbare Ursache entstünde. Die seit Januar 2013 zugelassene Behandlung mit Bo- tox® zur Injektion in den Blasen- muskel sei eine effektive und gut verträgliche Möglichkeit, die Kon- trolle über die Blase zurückzuge- winnen und damit wieder mehr Le- bensqualität zu erhalten. Chirurgische Studien fördern Auch für Frauen, die im Vergleich zu den Männern wesentlich häufi- ger an Inkontinenz leiden, gibt es gute Therapiemöglichkeiten. Rund ein Drittel der Frauen jenseits des 50. Lebensjahres beklagten Sen- kungsbeschwerden, so Prof. Dr. Peter Hillemanns, Direktor der Kli- nik für Frauenheilkunde und Ge- burtshilfe an der MHH, und eben- falls Kongresspräsident. Für jene Betroffenen seien allerdings kon- servative Therapien einer Operati- on vorzuziehen. „Senkungsbe- schwerden sollten erst dann opera- tiv korrigiert werden, wenn ein ent- sprechender Leidensdruck vorliegt und auch die konservativen Be- handlungsmöglichkeiten ausge- schöpft sind“, verdeutlichte Hille- manns. Zwar könne die Implantati- on synthetischer Netze gute Erfol- ge aufweisen. Dennoch seien die Vor- und Nachteile einer OP stets sorgfältig abzuwägen. Gesellschaft aktuell Der diesjährige Kongress lockte mehr als 1.000 Gynäkologen, Urologen, Chirurgen, Geriater, Neurologen, Physiotherapeuten und Pflegefachkräfte nach Hannover. Ein voller Erfolg war die ganztägige Fortbildungsveranstaltung für Assistenz- und Pflegeberufe, die in diesem Jahr erstmals stattfand.

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