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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2014

kontinenz aktuell März/2014 17 Übersichtsarbeit optimale Einstellung ist erreicht, sobald Symphyse, Blasenboden, Meatus urethrae internus und Ure- thra zu sehen sind. Die Ultraschall- sonde darf dabei nur mit gerin- gem Anpressdruck auf das Perine- um gehalten werden. Darüber hinaus lässt sich auch beim Mann nach operativer Be- handlung einer Belastungsinkonti- nenz mittels suburethralem Band dieses im perinealen Ultraschall gut darstellen. Auch wenn sich die perineale So- nografie bisher bei der Diagnostik von Pathologien des männlichen Beckenbodens noch nicht etabliert hat, gewinnt sie zunehmend an Bedeutung, insbesondere in der Diagnostik postoperativer Kompli- kationen wie einer Fehlpositionie- rung von suburethralen Bändern. Perinealer Ultraschall als Biofeedback zur Unterstützung der konser- vativen Therapie Eine aktuelle PubMed-Suche vom 1. Februar 2014 ergab zu den Stichwörtern „urinary inconti- nence“ AND „women“ 9.238 Ein- träge im Vergleich zu 2.179 Publi- kationen bei den Stichwörtern „uri- nary incontinence“ AND „men“. Ergänzt man diese Suche um das Stichwort „conservative treat- ment“, dann erhält man für Frauen 134 Einträge und für Männer 22. Therapieansätze der konservati- ven Therapie der Belastungsinkon- tinenz sind bei Frauen gut unter- sucht und größtenteils auf den Mann übertragen. Beim Biofeed- backtraining (BFT) erlernt der Pa- tient das Beckenbodentraining (BBT) mit Anwendung technischer Hilfsmittel, die ihm die effektive Kontraktion des Beckenbodens haptisch, akustisch oder visuell ver- mitteln. Insbesondere ein durch vaginale Palpation vermitteltes Biofeedback hilft vielen Frauen bei der Ein- übung einer gezielten willkürlichen Anspannung und Entspannung der Beckenbodenmuskulatur. Mit der vaginalen Palpation kann zudem der Therapeut die Fähigkeit zur gezielten Beckenbodenanspan- nung objektivieren. Zwar kann eine gewisse Aktivität der Beckenbodenmuskulatur auch beim Mann ertastet und gesehen werden, aber ein Biofeedback ge- lingt zumeist deutlich schlechter als bei Frauen. Hier könnte ein visuelles Feedback mit perinealem Ultraschall ein leicht anwendbares und ergänzen- des Verfahren sein (5). Damit er- lernt der Betroffene, gezielt die richtigen Muskelgruppen anzu- spannen und dadurch das BBT ef- fektiv durchzuführen. Dies bietet sich besonders für Patienten an, die vor der Therapie ihren Sphink- ter nicht lokalisieren können und nicht wissen, wie sie ihre Becken- bodenmuskulatur willkürlich kon- trolliert anspannen können. Damit ließe sich die perineale So- nografie des Mannes nicht nur bei der Visualisierung, Quantifizie- rung und Klassifizierung der Harn- inkontinenz des Mannes nach be- ckenchirurgischen Eingriffen nut- zen, wie es bereits für die Endo- skopie beschrieben wurde (6), sondern auch in der Verbesserung eines physiotherapeutischen Be- ckenbodentrainings. Vorteile des perineal-sonografisch geleiteten Beckenbodentrainings gegenüber einer endoskopischen Visualisie- rung des Sphinkter externus wären die geringere Invasivität und die beliebige Wiederholbarkeit. Ver- gleichende Untersuchungen zwi- schen einfacher Physiotherapie, endoskopisch visualisiertem Feed- back-Training und perineal-songra- fisch visualisiertem Feedback-Trai- ning wären sinnvoll. Interessenkonflikt: Der korrespondierende Autor gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht. Korrespondenzanschrift: Univ.-Prof. Dr. Ruth Kirschner-Hermanns Zentrum für Kontinenz und Neuro-Urologie Universitätsklinikum der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn Sigmund-Freud-Straße 25 53105 Bonn, Neurologisches Rehabilitations- zentrum „Godeshöhe“ e. V. Waldstraße 2–10 53177 Bonn-Bad Godesberg E-Mail: ruth.kirschner-hermanns@ ukb.uni-bonn.de Reference List (1) Abrams P, Cardozo L, Fall M et al. (2003) The standardisation of terminology in lower urinary tract func-tion: report from the standardisation sub- committee of the International Continence Society. Urology 61: 37–49 (2) AWMF-Leitlinien (2008) Descensus genitalis der Frau. Registernummer 015–006 (3) Kirschner-Hermanns R, Najjari L, Brehmer B et al. (2012) Two- and three-/four dimensional peri- neal ultrasonography in men with urinary inconti- nence after radical prostatectomy. BJU internatio- nal 109:46–51 (4) Stafford RE, Ashton-Miller JA, Constantinou CE et al. (2012) Novel insight into the dynamics of male pelvic floor contractions through transperine- al ultrasound imaging. The Journal of urology 188:1224–1230 (5) R. Kirschner-Hermanns MD, L. Najjari MD*, B. Brehmer MD, R. Blum MD*, V. Zeuch, N. Maass MD*, A. Heidenreich MD, 2D AND 3D/4D Peri- neal Ultrasound in Men with Urinary Incontinence after Radical Prostatectomy BJU Int. 2011 Apr 13. (6) Gerullis H, Otto T, J. Endourol. 24 (2011): 1075

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