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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2014

kontinenz aktuell März/201410 Übersichtsarbeit D. Schütz1 , A. Wiedemann2 , I. Füsgen3 1 Klinik für Geriatrie am Evangelischen Krankenhaus Essen-Werden gGmbH und Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke 2 Evangelisches Krankenhaus Witten gGmbH und Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke 3 Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke Anmerkungen zur „überaktiven Blase“ Unter den Erkrankungen der Harn- blase und der abführenden Harn- wege hat die „überaktive Blase“ (Drangsymptomatik) für den älte- ren Patienten besondere Bedeu- tung. Es gibt in den Industriestaa- ten kaum ein Krankheitsbild, das in den vergangenen Jahren mehr an sozioökonomischer Bedeutung hin- zugewonnen hat, als die Inkonti- nenz. Mit einem Anteil von bis zu 60 Prozent ist die drangbedingte Inkontinenz die wesentliche Ursa- che für den ungewollten Harnver- lust im Alter (23). Unter „überakti- ve Blase (ÜAB)“ beziehungsweise dem „overactive bladder syndro- me (OAB)“ wird ein chronisch be- kontinenz aktuell 62/2014 62: 10–14, © Bibliomed 2014 D. Schütz • A. Wiedemann • I. Füsgen Anmerkungen zur „überaktiven Blase“ Die überaktive Blase in der Definition der Interna- tional Continence Society von 2003 wird rein de- skriptiv als Symptomenkomplex beschrieben, dem keine morphologisch fassbaren Ursachen zugrunde liegen dürfen. Diese Definition wird dem geriatrischen Patienten mit seiner Multimor- bidität, seiner Vulnerabilität und der für ihn typi- schen Verflechtung mit anderen Problemen auch und gerade bei der Harninkontinenz und überak- tiven Blase nur teilweise gerecht. So ist die sub- jektive Bewertung einer Harndrangsymptomatik mit der damit verbundenen Einschränkung der Le- bensqualität für den geriatrischen Patienten be- sonders wichtig, da hier 4,175 mm die Immobili- tät, der Verlust an sozialen Kontakten und die Ge- fährdung durch eine Sturzneigung im Gefolge ei- ner OAB (engl. overactive bladder, überaktive Blase) besonders schwer wiegen. Auch die Ätio- logie einer OAB kann bei dem geriatrischen Pa- tienten besonders komplex sein: So ist ein Zusam- menhang zwischen der beim Hochbetagten, Mul- timorbiden und Multimedizierten häufig vorhan- denen Obstipation mit Stuhlinkontinenz und der OAB zu vermuten. Schlüsselwörter: Überaktive Blase Geriatrie Co-Morbidität Comment on the overactive bladder syndrome The overactive bladder syndrome (OAB) was de- fined by the International Continence society as syndrome without morphologic causality. This de- finition does not fully meet the requirements of the geriatric patient with his multimorbidity, vulnera- bility and his typical interrelation with other he- alth problems. Exceedingly important is the weig- hing of OAB-symptoms by the patient, because the effects of urgency in the context of immobility, loss of social contacts or the hazard by falls weigh heavily. In addition the etiology of OAB in a geriatric patient may be of special complexity: a interrelation between constipation, stool incon- tinence and OAB is to presume in the elderly pa- tient with his mutlimorbidity and polypharmacy. Key-words: Overactive bladder geriatrics co-morbidity Zusammenfassung • Abstract

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