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kontinenz aktuell - Ausgabe 03-2013

kontinenz aktuell November/201330 Gesellschaft aktuell technischer Neuerungen einen Aufschwung. Die große Zahl der sich neu gründenden oder sich als Kontinenz- und Beckenboden-Zen- trum der Deutschen Kontinenz Ge- sellschaft zertifizierenden Zentren zeugt davon, dass sich viele Ärzte trotz der geringer werdenden fi- nanziellen Ressourcen den Heraus- forderungen einer leitliniengerech- ten und exakten Diagnostik sowie einer dezidierten Stufentherapie stellen – auch wenn in vielen Fäl- len eine Refinanzierung nicht oder nur ungenügend erfolgt. Vor die- sem Hintergrund beschäftigten sich die 17. Bamberger Gesprä- che mit der Frage, wie leitlinien- konforme und den finanziellen Rahmenbedingungen gerecht wer- dende Diagnostik und Therapie in der täglichen Praxis ohne Quali- tätsverluste sinnvoll gestaltet wer- den können. Erstmalig leitete und moderierte PD Dr. Andreas Wie- demann aus Witten die Veranstal- tung. In seiner Einführung – humor- voll, aber doch treffend – stellte er die Problematik der Inkontinenz- diagnostik und -therapie in der täglichen Praxis kurz dar. Der Einstieg in die Bamberger Ge- spräche 2013 wurde dann durch Prof. Dr. Dirk Schultheiss mit dem Thema „Blasenfunktion und Harn- inkontinenz im Spiegel der Zeit“ gemacht. Dieser Vortrag verdeut- lichte, dass die Beschäftigung mit Inkontinenzproblemen nicht erst ei- ne Frage unserer Zeit ist, sondern uns schon immer beschäftigte. Er spannte den geschichtlichen Bo- gen vom perinealen Steinschnitt im Altertum bis hin zum „Scott-Sphink- ter“ unserer Tage. Diagnostik und Therapie leistungsgerecht vergüten Das weitere Symposium bestand aus zwei Themenbereichen. Der erste Schwerpunkt beschäftigte sich mit leitliniengerechter Diag- nostik und Leistungserstattung. Dr. Jochen Gleißner aus Wuppertal ging dieser Frage am Beispiel des benignen Prostatasyndroms nach. Dabei wies er zwar einerseits auf die Diskrepanz zwischen Diagno- se- und Therapieempfehlungen der bestehenden Leitlinie und der Leis- tungserstattung hin. Aber anderer- seits machte er auch deutlich, dass zum Beispiel komplette urodynami- sche Untersuchungen nur selten zwingend erforderlich sind. Im Ge- gensatz dazu ging Kollege Gun- nar Naus deutlicher auf die Diskre- panz zwischen Leitlinienanforde- rungen und Leistungserstattung ein. Er führte aus, dass der Be- handler vor Ort einen harten, wirt- schaftlichen Kurs fahren muss und sich in diesem Sinne bei jedem Pa- tienten im Hinblick auf das beste- hende Budget fragen muss, wel- che der leitliniengerechten Unter- suchungen er durchführen kann und welche nicht. Das wirtschaft- lich enge Konzept des Regelleis- tungsvolumens lässt in manchen Fällen nicht die in den Leitlinien geforderte Diagnostik und Thera- pie zu. Beide Vortragenden waren sich in der Diskussion einig, dass Diag- nostik und Therapie in der Praxis leistungsgerecht bezahlt werden müssten, wolle man ernsthaft das Problem Inkontinenz angehen. Der zweite Abschnitt nach der Kaf- feepause widmete sich speziellen Themen. PD Dr. Winfried Vahlen- sieck aus Bad Wildungen ging auf die Infektsuppression bei Katheter- ableitung ein. Er zeigte die Proble- matik der verschiedenen Katheter- typen und die Möglichkeiten der antibiotischen Behandlung ent- sprechend der jeweiligen Situation auf. Ein Referat, das insbesondere für die betreuenden Ärzte chro- nisch kranker, multimorbider Pa- tienten hohe Bedeutung hatte. Be- 185 Teilnehmer waren aus ganz Deutschland angereist, um sich über die aktuellen Themen rund um Harninkontinenz zu informieren. So ging es unter anderem um die Frage, was an Diagnostik notwendig ist und welche Vorteile ein Trospiumchlorid-Test mit sich bringt. PD Dr. Andreas Wiedemann begrüßte die Teilnehmer der 17. Bamberger Gespräche und erläuterte die aktuellen Herausforderungen der Inkontinenzdiagnostik und -theapie.

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