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kontinenz aktuell - Ausgabe 03-2013

kontinenz aktuell November/201324 Übersichtsarbeit A.Wiedemann1, 3 , S. Karroum1, 3 , J. Kociszewski2 , G. Fabian2 , I. Füsgen3 1 Urologische Abteilung, Evangelisches Krankenhaus Witten gGmbH, Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Hagen-Witten 2 Gynäkologische Abteilung, Evangelisches Krankenhaus Haspe gGmbH, Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Hagen-Witten 3 Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke Die utero-vesikale Fistel – Literaturübersicht und Fallbeschreibung einer seltenen Inkontinenzursache Eine utero-vesikale Fistel tritt fast immer nach Kaiserschnittentbin- dung auf (1). Die Literatur weist laut Medline (Medical Literature Analysis and Retrieval System) un- ter dem Stichwort „utero-vesikale fistula“ insgesamt 35 Publikationen auf, wovon 20 aus den vergange- nen 25 Jahren stammen. Die Erst- beschreibung findet sich aus dem Jahre 1949 (2). Zusammen 37 Ka- suistiken beschreiben das typische klinische Erscheinungsbild einer Harninkontinenz nach Kaiser- schnittentbindung (1 bis 5). In den wenigen größeren Serien betrafen etwa die Hälfte der utero-vesikale Fisteln Not-sectiones; 58 Prozent der Fälle traten – geschuldet den entstandenen Verwachsungen – nach Resectio auf (1). Seltene Ur- sachen für nicht-iatrogene Post- sectio-Fisteln dieser Art können an- geborene Anomalien wie ein Ute- rus bicornatus mit cervicovaginaler Atresie (6, 7) oder die Migration von Intrauterin-Pessaren sein (8). Neben der typischen Symptomatik einer nach Kaiserschnittentbin- dung auftretenden Harninkonti- nenz kann eine utero-vesikale Fistel als postpartale Makrohämaturie oder „Pseudo-Endometriose“ impo- nieren (9, 10). Wir beschreiben einen in unserem Kontinenzzentrum interdisziplinär behandelten Fall einer utero-vesi- kale Fistel nach Resectio. Fallbeschreibung Eine 21-jährige Patientin berichtete vier Monate nach Resectio über eine inkonstante, miktionsunabhängige Harninkontinenz, die lageabhängig auftrete. Es wurden je nach körper- licher Aktivität etwa drei Vorlagen am Tag benötigt. Eine auswärts durchgeführte Primärdiagnostik hat- te zunächst weder bei der vagina- len Untersuchung noch bei einem Stresstest oder einer Zystoskopie kontinenz aktuell 61/2013 61: 24–26, © Bibliomed 2013 A.Wiedemann • S. Karroum • J. Kociszewski • G. Fabian • I. Füsgen Die utero-vesikale Fistel – Literaturübersicht und Fallbeschreibung einer seltenen Inkontinenzursache Die utero-vesikale Fistel ist eine seltene Ursache ei- ner extraurethralen Harninkontinenz. Sie tritt klassi- scherweise nach Sectio caesarea auf und bedarf zur Behandlung der Harninkontinenz, aber auch wegen des Erhalts der Fruchtbarkeit fast immer ei- nes operativen Fistelverschlusses in einem interdis- ziplinären Setting. Schlüsselwörter: extraurethrale Harninkontinenz postpartale Inkontinenz utero-vesikale Fistel Uterovesical Fistula – Review of Literature and Case Description of a Rare Cause of Incontinence Uterovesical fistula is a rare cause of extra-urethral urinary incontinence. It typically occurs after a Ce- sarean section and almost always requires surgical repair in an interdisciplinary setting both to treat the urinary incontinence and to preserve the patient’s fertility. Key words: extraurethral incontinence post partum incontinence ureterovesical fistula Zusammenfassung • Abstract

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