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kontinenz aktuell - Ausgabe 03-2013

kontinenz aktuell November/2013 21 Übersichtsarbeit Verbesserung der Durchblutung Physiotherapie: Um die Durch- blutung zu fördern, setzt die Phy- siotherapie aktive Bewegungen der Skelett-Muskulatur, lokal und systemisch, ein. Durch ausreichen- de Wiederholung der Bewegungs- aufgaben wird die Durchblutung, die zur Regeneration von Gewebe gebraucht wird, dauerhaft verbes- sert (8). Passive Therapieformen können, auch als „Hausaufgabe“ ergän- zend, zum Einsatz kommen. So die Colonmassage (6), die Binde- gewebsmassage (6), „heiße Rolle“ (6) oder auch Kneippsche Anwen- dungen (7) wie heißer Lumbalguss oder kalte Bauchwaschungen. Osteopathie: Um die Durchblu- tung sicherzustellen, arbeitet die Osteopathie zuerst segmental am vegetativen Nervensystem, um den Gefäßtonus zu regulieren. Ortho- sympathisch von TH10 bis L2 und parasympathisch im Occiput-Atlas- Axis-Bereich und von S2 bis S4. Lokal sucht der Osteopath mit sei- nen Händen anatomische vorge- gebene Passagestellen und somit mögliche Entrapments der Gefäße auf, und durch Mobilisation der umliegenden Strukturen ist eine freiere Zirkulation des Blutes im Gewebe gewährleistet, zum Bei- spiel Ligamentum latum als Versor- gungsstruktur für die Gebärmutter. Funktionell kann über die 3-R-Re- gel Einfluss genommen werden (Rhythmus, Rotation, Routine). Verbesserung des lymphatisch-venösen Rückstroms Physiotherapie: Ein verlang- samter lymphatischer/venöser Rückstrom kann im Becken zur Re- duktion der Organdurchblutung beitragen. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, den Abfluss zu er- möglichen. Der Physiotherapie ste- hen hier neben der Lymphdraina- ge auch abschwellende Lagerun- gen zur Verfügung. Aktive Muskel- arbeit kann entstauend wirken, wenn Wiederholungszahlen und Widerstände angepasst werden. Eine gute Zwerchfell-Exkursion er- höht den venösen und lymphati- schen Rückstrom zum Ductus thora- cicus. So ist die integrierte Arbeit mit dem Atem nicht nur als Syner- gist und Antagonist für die Muskel- funktion von essenzieller Bedeu- tung, sondern auch für die Verbes- serung dieser systemischen Organ- funktion. Osteopathie: In der Osteopa- thie werden die venösen Abfluss- strukturen aufgesucht und die Ven- tile für den Rückstrom aus dem Be- ckenraum geöffnet über das porta- le System für Colon, Rectum und Dünndarm sowie über das cavale System, welches den Abtransport aus der unteren Extremität, Gebär- mutter, Eierstöcke und Blase be- trifft. Hierbei ist die Organmobili- sation zur venösen Leberentstau- ung wichtig sowie die Span- nungsregulierung des Omentum minus. Behandlungstechniken wie das „große abdominale Manöver“, die Dekongestion des Dünndarmes sowie das Lösen der Radix mesen- terii kommen hier zur Anwendung. Zusätzlich wird der venöse Abfluss über das Azygos- und Hemiazy- gossystem aktiviert. Das Diaphrag- ma ist für die Gesamtvaskularisa- tion des Beckens verantwortlich, und seine Pump-Sogwirkung hilft der Vena cava inferior für einen besseren Abtransport. Lageverbesserung der Organe Physiotherapie: Um die Lage- verbesserung bei Senkung der Be- ckenorgane zu beeinflussen, wer- den in der Physiotherapie Patien- tinnen angeleitet, regelmäßig be- ckenbodenentlastende Positionen auszuführen. Diese werden so- wohl in der Therapiesituation ge- nutzt als auch in das tägliche Le- ben der Patientin integriert. Auf diese Weise werden die Organe in eine physiologischere Position gebracht. Folglich wird dadurch die Muskulatur vom Organgewicht entlastet und in eine verbesserte Funktionsstellung gebracht (14, 15). Zusätzlich werden die liga- mentären Haltestrukturen der Or- gane vor einer weiteren Überdeh- nung geschützt. Postpartal ist die Druckentlastung in der nervalen Regeneration hilfreich. Durch deut- liche Wechsel der Körperposition wird die Gewebeperfusion unter- stützt und die Körperwahrneh- mung verändert. Diese Reponie- rungspositionen können durch die Anlage eines angepassten Pessars dauerhaft unterstützt werden. Eine Umlagerung bei Entleerungs- störung der Blase vom Sitz in den Vierfüßlerstand und wieder zurück in den Sitz kann das vollständigere Entleeren der Blase erleichtern (6). Osteopathie: Um eine Lagever- besserung der Organe einzulei- ten, wird die Organmobilität ge- prüft und sämtliche, sich in Dys- funktion befindliche Gewebe in die Behandlung einbezogen; so wird etwa die Gleitfähigkeit der Organe zueinander durch Mobili- sation gefördert. Die Erfahrung der Osteopathie zeigt, erst wenn diese viscerale Mobilität wieder- hergestellt ist, kann das Organ sei- ne physiologische Position und Funktion wieder einnehmen (16, 17). Verklebungen gibt es häufig zwi- schen den benachbarten Orga- nen: Sigmoid mit Gebärmutter, Dünndarm mit Blase, Prostata und Rectum zur Blase, Ovarien mit Os ilium, Rectum und Gebärmutter mit Douglasraum. Ebenso wichtig ist die ungehinderte Beweglichkeit zu den angrenzenden Muskeln und Bändern, dies wiederum in Bezug auf die anliegenden oder umge- benden Knochen und Gelenke (1, 2). Techniken wie Recoil, Rebound oder Listening kommen hier zum Einsatz (5). Nervale Funktion verbessern Physiotherapie: Über manuelle Techniken, spezielle Dehntechni- ken, Wärmeanwendungen an der Wirbelsäule und aktive rotatori- sche Positionen, besonders auf Hö-

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