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kontinenz aktuell - Ausgabe 03-2013

kontinenz aktuell November/201314 Übersichtsarbeit K.-H. Schroeder Allgemeinarzt und Osteopath Osteopathie bei Funktionsstörungen des Beckens Einführung Als niedergelassener Allgemeinme- diziner und Osteopath ist man in seiner Praxis täglich mit Erkrankun- gen des Beckenbodens konfron- tiert. Sei es eine banale Cystitis, der Kinderwunsch eines Ehepaares, die Endometriose oder das prä- menstruelle Syndrom (PMS). Im- mer wieder fragen Patienten auch nach osteopathischen Behand- lungsmöglichkeiten bei diesen Er- krankungen. Hinzu kommen häu- fig Fragen wegen Obstipations- und Senkungsbeschwerden sowie immer wieder auch Patienten, die an Blasen- oder Stuhlinkontinenz leiden. Die Angabe von Dysurie, Pokiakisurie und Harnverhaltungs- störungen kommt genauso vor wie bei den älteren Männern die Prostataprobleme. Gerade bei die- sen sehr lästigen Beschwerden konnte ich über die Jahre durch os- teopathische Behandlungen bei vielen Patienten Erfahrungen ge- winnen. Doch zuerst würde ich gerne die Frage beantworten, die oft am An- fang steht: Ist Osteopathie nicht ei- ne Behandlung nur für die Kno- chen? Geschichte der Osteopathie Die osteopathische Entwicklung beginnt um 1870 mit der Suche des amerikanischen Landarztes kontinenz aktuell 61/2013 61: 14–18, © Bibliomed 2013 K.-H. Schroeder Osteopathie bei Funktionsstörungen des Beckens Osteopathie, eine ganzheitliche Heilmethode, die die Selbstheilungskräfte aktiviert, ist nicht nur bei muskuloskelettalen Erkrankungen einsetzbar. An- hand von Kasuistiken werden Hinweise gegeben, bei welchen Erkrankungen der Beckenorgane eine osteopathische Behandlung erfolgversprechend ist. Die osteopathische Behandlung setzt oftmals an den Organaufhängen an. Viele Behandlungseffekte wer- den über einen Einfluss der in diesen verlaufenden Nerven- und Gefäßstrukturen erklärt. Aus meiner Sicht, als niedergelassener osteopathi- scher Allgemeinmediziner, sollte die osteopathische Behandlungsmöglichkeit der Beckenorgane durch weitere Studien beleuchtet werden. Eine Integration von spezifischem Facharztwissen und osteopathi- schem Wissen – möglichst abgesichert durch eine ent- sprechende Studienlage – käme unseren Patienten zugute und würde im Einzelfall vielleicht sogar Kosten sparen und Nebenwirkungen vermeiden. Schlüsselwörter: Osteopathie Beckenorgane Cystitis Harninkontinenz gynäkologische Krankheiten Osteopathy for Pelvic Floor Dysfunction Osteopathy, a holistic therapy that activates the self- healing capacities of the body, is not purely con- fined to the treatment of musculoskeletal disorders (MSDs). With reference to documented cases, we il- lustrate the pelvic organ conditions for which osteo- pathic treatment has good prospects of success. Os- teopathic treatment is often applied to the support membranes of the organs. Many of the effects of the treatment are based on the structure-function rela- tionship between these anatomic structures and the function of nerve and vascular structures. From my perspective, as a registered osteopath and general practitioner, there is a need for further studies into the osteopathic treatment of the pelvic organs. Integrating specialist medical knowledge with osteopathic knowledge – ideally with the sup- port of evidence gained from studies – would bene- fit our patients and, in some cases, could even save money and avoid adverse effects. Key words: Osteopathy Pelvic organs Cystitis Urinary incontinence Gynecological disorders Zusammenfassung • Abstract

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