Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

kontinenz aktuell - Ausgabe 03-2013

kontinenz aktuell November/201312 Originalarbeit und Elektrolythaushalt, aber auch in Bezug auf geriatriespezifische Problemstellungen wie Instabilität und Sturzneigung. Bei der Aus- wahl des richtigen Laxans für den geriatrischen Patienten spielen in der Therapieentscheidung für den Patienten individuelle Faktoren wie Vorerkrankung, Compliance, Art der Obstipation und Komplikation sowie Grad der Gebrechlichkeit eine Rolle. Als generelle Empfehlung lässt sich aber festhalten, dass der Arzt ein Laxans wählen sollte, welches für geriatrische Patienten möglichst verträglich, also mit möglichst we- nigen Nebenwirkungen behaftet sein sollte. Hierbei sind zum einen die gastrointestinalen Nebenwir- kungen zu beachten, die unter der Therapie mit allen Laxantien auftre- ten können, allerdings in unter- schiedlicher Ausprägung. So ist es sicherlich sinnvoll, ein Laxans zu wählen, welches keine Reizung der Darmschleimhaut bewirkt, we- der direkt durch den Wirkstoff selbst oder durch die Produktion von Säuren mithilfe der Dickdarm- flora. Die beste gastrointestinale Verträglichkeit besteht bei Macro- gol 3350 + Elektrolyte und Indi- schen Flohsamenschalen. Zum anderen sollte ein Laxans nicht in den Elektrolythaushalt ein- greifen, welcher im Alter ohnehin fragiler ist als bei jüngeren Men- schen. Diese Forderung ist nur für Macrogol 3350 + Elektrolyte, Ma- crogol 4000 und Indische Flohsa- menschalen erfüllt. Außerdem sollte das Laxans ein möglichst geringes Interaktionspo- tenzial aufweisen – insbesondere mit im Alter häufig angewendeten Arzneimitteln wie Diuretika, Korti- kosteroiden oder Schilddrüsenhor- monen. Unter diesem Gesichts- punkt ist Macrogol 3350 + Elektro- lyte hervorzuheben, da hier nur der Hinweis auf theoretische Re- sorptionsverminderung von Stoffen mit bestimmten Löslichkeitseigen- schaften zu finden ist. Indische Flohsamenschalen hingegen zei- gen ein ausgeprägtes Interaktions- potenzial und sind vor diesem Hin- tergrund nicht für multimedikamen- tierte Patienten zu empfehlen. Sind für geriatrische Patienten be- sonders gefährliche Komplikatio- nen zu erwarten, wie zum Beispiel erhöhte Sturzgefahr durch Schwin- del und/oder Synkope (bei Macro- gol 4000 und Bisacodyl) oder le- bensbedrohliche Situationen wie Schluckstörungen, Erstickungsge- fahr und die Gefahr einer Darmob- struktion bei ungenügender Flüssig- keitsaufnahme (bei Indischen Floh- samenschalen), dann bedarf der Einsatz dieser Substanzen einer in- tensiven Nutzen-Risiko-Abwägung des Arztes. Eine weitere Empfehlung betrifft Stoffwechselerkrankungen und Nahrungsmittelintoleranzen: Für Patienten mit diesen Vorerkrankun- gen empfiehlt sich die Auswahl ei- nes Laxans, welches zum einen kaum resorbiert wird und zum an- Abb. 12: Multimorbidität: Einzelrisiken weiterer Beschwerden Abb. 13: Multimorbidität: Gesamtrisiko weiterer Beschwerden

Pages