Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2013

kontinenz aktuell Juli/2013 7 Originalarbeit Chronische Obstipation und Stuhl- inkontinenz bilden dann bei Pfle- gebedürftigen eine Problemstel- lung, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträch- tigt, aber auch den Pflegeaufwand erhöht. Die nachfolgende Untersu- chung geht den Fragen nach, in- wieweit chronische Obstipation, Koprostase und Stuhlinkontinenz auch in deutschen Alten- und Pfle- geheimen existent ist und welche Konsequenzen sich daraus erge- ben. Methodik 500 Pflegedienstleiter von Alten- und Pflegeheimen wurden mit ei- nem standardisierten Fragebogen nach Los aus der Alten- und Pflege- heimliste deutschlandweit ange- schrieben. 206 Pflegedienstleiter antworteten. Bei einem Teil war ei- ne telefonische und schriftliche Nachfassaktion notwendig, damit eine vollständige Auswertung er- folgen konnte. Die statistische Aus- wertung erfolgte mittels nummeri- scher Auszählung. Ergebnisse Die hohe Rücklaufquote mit über 40 Prozent macht das besondere Interesse der Alten- und Pflegehei- me für die Fragestellung chroni- sche Obstipation, Koprostase und Stuhlinkontinenz deutlich. Die Aus- wertung der 221 vollständig aus- gefüllten Fragebögen erbrachte, dass bei durchschnittlich 145,3 betreuten Bewohnern im Heim 36 Prozent der Bewohner an einer Obstipation leiden, 93 Prozent der Obstipierten ein Abführmittel erhalten und 26 Prozent neben der Obstipation auch unter Stuhlin- kontinenz zu leiden haben (Abb. 1). Bei einer Auswertung nach Größe der Heime zeigt sich, dass meis- tens bei kleineren Heimen (bis 80 Bewohner) eine höhere Anzahl von obstipierten Bewohnern (41 Prozent bei durchschnittlich 60,9 Bewohnern) und eine höhere An- zahl von manchmal stuhlinkonti- nenten Betroffenen (43 Prozent) zu finden ist. Im Gegensatz dazu fin- det sich bei größeren Heimen (über 200 Bewohner) nur eine An- zahl von 35 Prozent der Bewohner bei 293,2 betreuten Bewohnern und manchmal Stuhlinkontinenten (21 Prozent der Bewohner). Nicht unerwartet sind Frauen häufiger betroffen als Männer (Abb. 2). Bei der Frage, ob die Koprostase mit Stuhlinkontinenz bei chroni- scher Obstipation ein Problem in der Einrichtung ist, sagen 23,5 Prozent der Pflegedienstführun- gen ja und manchmal ist mit 23,1 Prozent eine Krankenhauseinwei- sung notwendig (Abb. 3). Es scheint sich dabei um ein häufi- ges Problem in den Heimen zu handeln, das mit 18,6 Prozent angegeben wird, wobei es sich um ein Problem mit rund drei- bis viermal pro Monat handelt. Da- gegen wird auf die Frage, ob Krankenhauseinweisungen sehr selten notwendig sind, nur in 1,8 Prozent positiv geantwortet. Eine Auswertung nach Heimgröße bringt keine weiterführenden Er- kenntnisse. Abb. 4: Vom Arzt am häufigsten empfohlene/verordnete Abführmittel Lactulose Macrogol 3350 + Elektrolyte Dulcolax Laxoberal Macrogol Klistiere keine Angabe in Prozent 5,9 0,5 4,1 4,1 4,1 33,5 47,5 0 10 20 30 40 50 Abb. 5: Am häufigsten in der Selbstmedikation verwendete Abführmittel Dulcolax Laxoberal Lactulose Sauerkraut-/ Pflaumensaft Macrogol 3350 + Elektrolyte Leinsamen Buttermilch Macrogol Trockenobst keine Angabe 21,3 0,9 0,9 2,7 2,7 8,6 10,0 14,0 16,3 19,9 0 5 10 15 20 25 in Prozent

Pages