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kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2013

kontinenz aktuell Juli/2013 19 Übersichtsarbeit Schlingen auf. Auch im Vergleich mit etablierten transobturatori- schen Verfahren schneidet Mi- niArc-Precise mit gleich guten Er- folgsraten ab. 2008 wurde mit der Ajust-Schlinge (Firma C. R. Bard) eine weitere Single-Incision-Schlinge eingeführt, die über einen speziell gebogenen Inserter eingeführt und über spe- zielle Anker direkt in der Mem- bran des Foramen obturatum ver- ankert werden (Abb.2). Besonder- heit hier ist die unmittelbare intra- operative bilaterale Adjustierbar- keit des Bandes. Nach Einbringen beider Anker kann das Tape auf- grund einer Mesh-Verlängerung gelockert oder gestrafft werden, um so die individuelle optimale Bandlage zu finden. Die Autoren dieses Beitrages konn- ten 2008 das erste Band weltweit einsetzen und 2012 erste 24-Mo- natsdaten mit guter Kontinenzrate von 82 Prozent bei fehlenden Komplikationen aufzeigen. Eine aktuelle prospektive Studie von Abdel-Fattah aus 2011 zeigt eine subjektive Kontinenz von 80 Pro- zent nach zwölf Monaten und die mögliche Durchführung der OP auch in reiner Lokalanästhesie. Es existieren weitere Minischlin- gen-Systeme, die sich durch unter- schiedliche Methoden der latera- len Fixierung durch diverse Anker, Taschen oder Widerhaken-Syste- me auszeichnen. Bislang fehlen hier aber evidente Studien über Er- folgsraten und Nebenwirkungen. In einer ersten Review-Arbeit 2010 wurden Daten zu n=2734 TVT-Se- cur, n=557 Miniarc und n=30 Ajust ausgewertet. Hier konnten Erfolgsraten von 70 bis 80 Prozent ermittelt werden, die im Moment noch knapp unter denen der etab- lierten Schlingen-Systeme liegen. In die Analyse fielen auch frühe Studien aus der Lernphase der Me- thode und eine hohe Zahl an Fäl- len mit TVT-Secur. Auf der anderen Seite konnten deutlich nur minima- le Komplikationsraten gesehen werden; die Blasenperforationsra- te lag hier bei 0,45 Prozent (drei bis vier Prozent bei TVT oder TOT), de novo Urgency von 6,6 Prozent und Leistenbeugen-Beschwerden bei 0,65 Prozent. Ein weiterer Re- view von Abdel-Fattah von 2011 mit Zusammenstellung von neun RCT-Studien mit Vergleich von Sin- gle-Incision-Schlingen und konven- tionellen Schlingen bei n=548 TVT Secur, n=160 MiniArc und n=50 Ophira bestätigt diesen Trend; auch hier zeigen sich gering schlechtere Erfolgsraten der SIS bei geringeren Nebenwirkungen. Praktische Hinweise für den SIS-Einsatz Die bislang vorliegenden kurz- und mittelfristigen Daten zu den neuen Single-Incision-Schlingen lassen eine gleichwertige Erfolgs- rate im Vergleich zu den etablier- ten spannungsfreien Schlingen an- nehmen, zum anderen zeigt sich in einer ersten Analyse die noch- mals deutlich reduzierte Neben- wirkungsrate und weniger Kompli- kationen durch eine fehlende Blindpassage zur Fixation der Schlinge. Vorteile der Mini-Incision- Schlingen • weitere deutliche Reduzierung von möglichen Komplikationen • praktisch schmerzfreie Einlage des Bandes auch in Lokalanästhesie • Verwendung von weniger Fremdmaterial Mögliche Indikationen für Single-Incision-Schlingen: • operative Korrektur der Belas- tungsinkontinenz der Frau • Vermeidung der retropubischen Passage bei Voroperationen • Einsatz bei Patientinnen mit er- höhter Morbidität (zum Beispiel Adipositas, erhöhtes Blutungsri- siko, Voroperationen vaginal) • Patientinnen mit Mischharnin- kontinenz Interessenskonflikt: Der korrespondierende Autor weist auf folgende Beziehungen hin: Referententätigkeit für die Firmen American Medical Systems und C. R. Bard. Es wurden Honorare und Reisekosten von den Firmen er- stattet. Korrespondenzanschrift: PD Dr. Gert Naumann Kommissarischer Direktor Klinik und Poliklinik für Geburts- hilfe und Frauenkrankheiten Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Langenbeckstraße 1 55131 Mainz E-Mail: gnaumann@uni-mainz.de Abb. 2: Ajust-Schlinge (Firma C. R. Bard)

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