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kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2013

kontinenz aktuell Juli/201314 Übersichtsarbeit G. Naumann Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz FDA-Warnung betreffend vaginale Netzchirurgie: Konsequenzen für gynäkologische Operateure Während die Urogynäkologie noch vor zehn bis 15 Jahren lediglich ein Thema für Spezialisten und wenige Zentren darstellte, so ist sie heute in der modernen Frauenheilkunde in al- len Praxen und Krankenhäusern an- gekommen. Bei einer Prävalenz von bis zu 35 Prozent aller Frauen ab 50 Jahren gehören Beckenbodenfunkti- onsstörungen zu den häufigsten Er- krankungen der Frau überhaupt. Der weibliche Beckenboden ist viel- fältigen Belastungen gerade wäh- rend Schwangerschaft und Entbin- dung ausgesetzt und zeigt in der zweiten Lebenshälfte zunehmend In- suffizienzzeichen mit Aufhebung der geordneten Fixation von musku- lären und bindegewebigen Veran- kerungen und somit Verlagerungen von Scheide, Blase oder Rektum bis außerhalb der Beckenhöhle. Grundsätzlich kann eine konserva- tive Therapie mit lokaler Estrogeni- sierung, Prolapsreposition mittels moderner Silikonpessare und eines professionellen Beckenbodentrai- nings die Gewebestrukturen kondi- tionieren, zumeist sind aber opera- tive Korrekturen zur Beseitigung der Genitalsenkung notwendig. Unter Beachtung der anatomisch re- levanten Fixationspunkte wie dem kontinenz aktuell 60/2013 60: 14–16, © Bibliomed 2013 G. Naumann FDA-Warnung betreffend vaginale Netzchirurgie: Konsequenzen für gynäkologische Operateure Der Einsatz von transvaginalen Netzen für die Be- handlung von Senkungserkrankungen der Frau hat zu einer deutlichen Verbesserung der Operationser- gebnisse geführt und ist in der Hand des erfahrenen Operateurs ein sicheres und effektives Verfahren. Mit vermehrter, teilweise unkritischer Anwendung im klinischen Alltag ist es aber auch zu einer Zunah- me an Komplikationen und Nebenwirkungen ge- kommen. 2008 gab die FDA eine Warnmeldung über diese Probleme heraus, die zu einer breiten öf- fentlichen Diskussion und Einleitung verschiedener Maßnahmen führte. Patienten müssen noch umfang- reicher und offener über das operative Vorgehen und die Verwendung von Netzmaterialien informiert werden. Operateure müssen noch besser in den er- forderlichen Techniken, möglichen intraoperativen Komplikationen und möglichen postoperativen Ne- benwirkungen ausgebildet werden. Weitere pro- spektive Studien müssen die Sicherheit und Effektivi- tät im Vergleich zu den etablierten konventionellen Verfahren noch belegen. Schlüsselwörter: vaginal mesh Erfolgsrate Komplikationen Neue OP-Techniken FDA warning about urogynecologic surgical mesh implants: Implications for GYN surgeons The use of transvaginal meshes in the treatment of pro- lapse conditions in women has led to a clear improve- ment in the results of surgery, and is a safe and effective method when performed by an experienced surgeon. Increased and to some extent uncritical application in everyday clinical practice has, however, also seen an increase in complications and side effects. In 2008, the FDA issued a warning about these prob- lems, which led to widespread public discussion and the introduction of various measures. Patients must be provided with even more extensive informa- tion about the surgical procedure and the use of mesh materials, and this must be done in a more open manner. Surgeons must receive better training in the necessary techniques, the possible complications that may arise during surgery, and the possible postope- rative side effects. Further prospective studies are needed to demonstrate the safety and efficacy in comparison with established conventional methods. Key words: vaginal mesh success rate complications new surgical techniques Zusammenfassung • Abstract

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