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kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2013

kontinenz aktuell Juli/2013 11 Übersichtsarbeit kontinenz aktuell 60/2013 60: 11–13, © Bibliomed 2013 D. Schütz, I. Füsgen Bewegung, kognitive Störung und Inkontinenz Bewegung, kognitive Störungen und Inkontinenz ha- ben einen engen Zusammenhang. Bewegung scheint sinnvoll in der Prävention und Therapie der Harninkontinenz. Für die Prävention und Therapie der kognitiven Störungen, hier insbesondere der De- menz vom Alzheimertyp, hat Bewegung eine hohe Bedeutung. Wenn Bewegung die kognitiven Leistun- gen positiv beeinflusst, ist davon auszugehen, dass auch Harninkontinenz bei diesem Krankheitsbild er- folgreich mitbeeinflusst wird. Auf die vorliegenden Erkenntnisse zu dem Thema Bewegung und kogniti- ve Störungen wird eingegangen. Schlüsselwörter: Kognitive Störungen Demenz Harninkontinenz Geriatrie Physical exercise, cognitive disorders, and incontinence Physical exercise, cognitive disorders, and inconti- nence are closely related. Physical exercise would appear to be advised in the prevention and treatment of urinary incontinence. For the prevention and treat- ment of cognitive disorders, in this case particularly dementia caused by Alzheimer’s disease, physical exercise is of great importance. If physical exercise has a positive influence on cognitive performance, it can also be assumed that it will positively affect urina- ry incontinence associated with this condition. This ar- ticle focuses on the available knowledge on the sub- ject of physical exercise and cognitive disorders. Key words: Cognitive disorders dementia urinary incontinence geriatrics Zusammenfassung • Abstract D. Schütz1 , I. Füsgen2 1 St. Elisabeth-Krankenhaus Velbert-Neviges und Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke 2 Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke Bewegung, kognitive Störung und Inkontinenz Inkontinenz gehört neben dem in- tellektuellen Abbau, der Immobili- tät und Instabilität sowie iatroge- nen Problemen zu den fünf geriatri- schen „I“. Mit dem intellektuellen Abbau – speziell mit der Demenz als Krankheit – ist sie sogar in ho- hem Maße verbunden und stellt in diesem Zusammenhang ein beson- deres Problem dar. Mit der Inkonti- nenz wird nicht nur die Lebensqua- lität der Betroffenen beeinträchtigt, sondern auch die Betreuungs- be- ziehungsweise Pflegebedürftigkeit herausgefordert. Inkontinenz kann als frühes Krankheitszeichen (zum Beispiel bei der fronto-temporalen Demenz) auftreten oder wie bei der Alzheimerdemenz im mittleren und fortgeschrittenen Stadium be- obachtet werden. Dabei handelt es sich meist um eine überaktive Blase, bei der Verhaltenstraining und medikamentöse Therapie im Vordergrund stehen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, inwieweit all- gemeine Maßnahmen wie Ernäh- rung, körperliche und geistige Be- weglichkeit eine Rolle spielen. Nach der vorliegenden Literatur spielt neben der geistigen auch die körperliche Leistungsfähigkeit für die Kontinenz eine große Rolle (10). Wenn man aber von der Be- ckenbodengymnastik absieht, gibt es bisher keine Untersuchungen, die zum allgemeinen körperlichen Training im Hinblick auf die Harn- inkontinenz Ergebnisse aufzei- gen. Aus medikamentösen Thera- piestudien wissen wir aber, dass eine Verbesserung der kognitiven Leistung eine bessere Alltagsfähig- keit und auch eine verbesserte be- ziehungsweise stabilisierte Blasen- kontrolle nach sich zieht (9). Oft ist Harninkontinenz mit Darmfunkti- onsstörungen vergesellschaftet (1). Dieser Zusammenhang zwischen chronischer Obstipation und über- aktiver Blase ist in Untersuchungen dokumentiert (3). Von der chroni- schen Obstipation wissen wir, dass sie gerade beim älteren Patienten durch Bewegung gebessert wer- den kann. Es stellt sich die Frage, ist körperliche Bewegung für ko- gnitive Störungen in der Prävention und Therapie sinnvoll und damit höchstwahrscheinlich auch erfolg- reich in der Prävention und Be- handlung der Harninkontinenz.

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