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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2013

kontinenz aktuell März/201324 Leserforum Sehr geehrter Herr Dr. Kiworr, mit Ihrer Skepsis bezüglich des Be- griffes „Gender“ stehen Sie nicht allein, wie Sie es auch schon in Ih- ren Schreiben andeuten. Übrigens war jüngst zu diesem Thema ein Interview mit dem norwegischen Soziologen Harald Eia in der Frankfurter Zeitung (FAZ vom 23.09.12, Politik 11), das eben- falls auf dem ideologischen Aspekt des „Gender-Begriffes“ einging. Sie haben sicherlich recht, dass der Begriff „Geschlecht“ in der Biologie und Medizin glücklicher gewählt wäre. Der Zeitgeist beeinflusst aber auch die Medizin, so werden wir mit dem Begriff „Gender“ leben müssen. Recht geben dürfen wir Ih- nen, dass es für uns in der Medizin wichtig sein wird, das ideologische Zusatzgepäck des Gender-Begriffes bei unseren medizinischen Aktivitä- ten wegzulassen und uns auf die geschlechtsspezifischen Besonder- heiten in Diagnostik und Therapie zu beschränken. Uns ging es mit dem Artikel nicht um Ideologie, sondern in erster Li- nie um die geschlechtsspezifische Betrachtung von Krankheiten und den sich daraus ergebenden Kon- sequenzen. Bisher werden wir in vielen Bereichen der Medizin die- sen geschlechtsspezifischen Kon- sequenzen noch nicht gerecht. Mit freundlichen Grüßen Dr. Dag Schütz, Prof. Dr. Ingo Füsgen Begriff „Gender“ wirft unnötige Fragen auf Leserreaktion zum Artikel „Gendermedizin: Das Erkennen von Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Mann und Frau“, kontinenz aktuell 2/2012: Mit großem Interesse habe ich den Artikel zur Gendermedizin gelesen und finde Ihre inhaltlichen Aspekte sehr wichtig und eindrücklich. In- des werden mit dem Titel und den ersten Zeilen Fragen, wenn nicht gar Widerspruch, aufgeworfen. Warum wird das sehr umstrittene Wort „Gender“ verwendet? Wa- rum nicht entweder „sex“, wie Ge- schlecht im Englischen lautet, oder eben „Geschlecht“ im Deutschen – so wie es ja auch im weiteren Text geschieht? Zu Beginn ist zu lesen, dass Gen- dermedizin kein politisches Instru- ment sei. Ist das so? Oder ist der Begriff „Gender“ oder „Gender- mainstreaming“ nicht vielmehr eben doch gerade ein politisches Instrument, welches von obskuren und fragwürdigen Gruppierungen mit aller Gewalt in die UN, WHO und jetzt EU hineingebracht wer- den soll? Ein bewusst nebulöser Begriff, der Geschlechtergrenzen und Unterschiede verwischen möchte? Der Unterschiede zwi- schen den Geschlechtern, die in Augen der Gendermainstreaming- Ideologie überholt seien und auf- gehoben werden müssen, gerade nicht sehen will – ganz im Gegen- satz zu Ihrem Artikel, der Unter- schiede zwischen den Geschlech- tern klar herausstellt? Hier wäre ein klare Positionierung wünschenswert – entweder Zugehö- rigkeit zur Gendermainstreaming- Ideologie, die sich in der Verwen- dung des Begriffes „Gender“ zeigt, oder das Aufzeigen von Unterschie- den zwischen den Geschlechtern, wie es dann im Weiteren in Ihrem Artikel dankenswerterweise ge- schieht und der Ideologie des Gen- dermainstreaming zuwiderläuft. Bei weiterem Interesse über die Hintergründe der Gender-Ideolo- gie sei z. B. auf das Buch von Volker Zastrow (Redakteur bei der FAZ) „Genderpolitische Ge- schlechtsumwandlung“ verwiesen. Auch wenn man nicht alle Argu- mente der Gegner des Gender- mainstreaming mittragen möchte, so wirft die Verwendung des Be- griffes „Gender“ eben doch mehr unnötige Unklarheiten und Fragen auf, als der neutrale Begriff des Geschlechts. Und mit der Verwen- dung des Begriffes „Gender“ wer- den die politischen Ziele der Gen- dermainstream-Ideologie unter- stützt, deren tatsächliche Absichten man vielleicht bei genauer Kennt- nis nicht mittragen möchte. Dr. med. Michael Kiworr, per E-Mail Stellungnahme der Autoren des Artikels, Dr. med. Dag Schütz und Prof. Ingo Füsgen:

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