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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2013

kontinenz aktuell März/201322 Übersichtsarbeit wegung und Anhebung der Harn- röhre sowie des Blasenbodens nach ventro-kranial können der Pa- tientin am Monitor demonstriert werden. Dieses Verfahren wird als visuelles Biofeedback bezeichnet und stellt eine weitere Option der PF-Sonographie dar (Abb. 9). Die präoperative PF-Sonographie hilft bei der Ausarbeitung eines therapeutischen Konzeptes, bei der Differentialdiagnostik der so- genannten larvierten Belastungsin- kontinenz oder larvierten OAB und ebenso gut bei der Erkennung von Risikofaktoren für die Planung und die Wahl des optimalen Ope- rationsverfahrens. Wir beurteilen zunächst die Ana- tomie des gesamten Beckenbo- dens in Ruhe. Dann führen wir die Messungen der Urethralänge durch und bestimmen die Position des Blasenhalses in Ruhe, wäh- rend Levatorenkontraktion und bei Valsalva. In einer kurzer Formel zum Beispiel: BH-H: – 10,7 mm / +6,9 mm / – 20,5 mm lässt sich das Verhalten der Urethra und gleichzeitig die Kontraktilität von Levatoren schnell und sicher beur- teilen. Die Pelvic-Floor-Sonographie hat sich nicht nur diagnostisch in der präoperativen Situation bewärt, sondern bietet auch als postopera- tive Untersuchungsverfahren viele Vorteile. Die postoperative PF-Sonographie dient der Kontrolle und ggf. Kor- rektur der eigenen OP-Technik, hilft bei der Diagnostik postoperativer Komplikationen, Planung eines postoperativen Komplikationsma- nagements und eines ggf. notwen- digen Rezidiveingriffes und ist un- ersetzbar beim Kennenlernen neu- er Operationsverfahren. Zusammenfassung Die Pelvic-Floor-Sonographie (PF- Sonographie) als neues Ultra- schallkonzept erweitert das Spek- trum der vollständigen urogynäko- logischen Funktionsdiagnostik. Die PF-Sonographie ermöglicht eine objektive und dynamische Untersu- chung von allen Kompartimenten des kleinen Beckens. Die Pelvic Floor-Sonographie ist ein einfaches, schnelles, reprodu- zierbares und dynamisches bild- gebendes Dokumentationsverfah- ren, das morphologische und funk- tionelle Störungen erkennen, ratio- nale Therapiekonzepte herleiten und Ursachen, welche über Erfolg, Misserfolg und Komplikationen operativer Therapien entscheiden, erkennen und dokumentieren lässt. Interessenskonflikt: Der korrespondierende Autor gibt an, dass kein Interessenskonflikt besteht. Korrespondenzanschrift: Dr. Jacek Kociszewski, Chefarzt Frauenklinik Evangelisches Krankenhaus Hagen Haspe GmbH Brusebrinkstraße 20 58135 Hagen E-Mail: kociszewski@evk-haspe.de Abb. 9: Visuelles Biofeedback am Monitor mit koordinativer (positiver) Beckenbo- denkontraktilität in Ruhe (links) und während der Levatorenkontraktion (rechts). Die ventro-kraniale Elevation des Blasenhalses und des Blasenbo- dens ist rechts im Bild gut erkennbar. Der Höhenstand des Blasenhalses (H) wird bei der Levatorenkontraktion größer und die Distanz (D) kleiner. Formel: BH-H: -10,7 mm in Ruhe/+6,9 mm bei Kontraktion, BH-D: + 29 mm in Ruhe/+27,2 mm bei Kontraktion

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