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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2013

kontinenz aktuell März/2013 19 Übersichtsarbeit aber ausschließlich für die mor- phologische Beurteilung der Ure- thra-Blasenregion im Rahmen der weiterführenden Harninkontinenz- Diagnostik entwickelt (3, 6, 8, 12, 13, 15). Jedoch gehört zur vollständigen urogynäkologischen Untersuchung die getrennte Beurteilung aller Kompartimente mit der abschlie- ßenden Erstellung einer klinischen Verdachtsdiagnose, die sowohl die Inkontinenz, als auch eine eventuell vorhandene Senkung mit einbezieht. Beim standardisierten Einsatz der Perineal- und Introitus- sonographie wird das vordere Kompartiment zwar abgeklärt, die morphologischen Veränderungen der anderen Kompartimente blei- ben jedoch unberücksichtigt. Für das bessere Verständnis der gesamten pathoanatomischen Ver- änderungen des Beckenbodens und um ein möglichst bestes Be- handlungsergebnis zu erreichen, sollten im Vorfeld die Schäden al- ler Kompartimente des Beckenbo- dens objektiv mittels eines bildge- benden Verfahrens dargestellt wer- den. Die Pelvic-Floor-Sonographie stellt ein neues Ultraschallkonzept dar, in dem Introitus-/Vaginal-/Endoa- nal- und die Abdominalsonogra- phie in einem Untersuchungsgang kombiniert werden können. Eine vollständige Pelvic-Floor-Sonogra- phie sollte auf einem gynäkologi- schen Untersuchungsstuhl durchge- führt werden und unterteilt sich in zwei folgende Untersuchungs- schritte: abdominaler Teil der PF- Sonographie und vaginaler Teil der PF-Sonographie. Abdominaler Teil der Pelvic-Floor-Sonographie Mit einem Curved-Array-Scanner können Defekte des vorderen Kom- partimentes erfasst und zusammen mit dem klinischen Untersuchungs- befund analysiert und verglichen werden (Abb. 1, 2). Die auf o. g. Weise gewonnenen Informationen können bei der Wahl des operativen Zugangswe- ges, ob von vaginal oder abdomi- nal, und ob eine entsprechende Operationsmethode mit oder ohne Netz-Implantat benutzt wird, von entscheidendem Vorteil sein. Vaginaler Teil der Pelvic- Floor-Sonographie Die vaginale PF-Sonographie liefert eine neue Dimension der diagnosti- schen Möglichkeiten im Vergleich zur bisherigen urogynäkologischen Standard-Sonographie. Die drei Kompartimente des Beckenbodens können statisch und dynamisch in drei möglichen Ebenen: sagittal, frontal und axial objektiv visualisiert werden. Ausgehend von der etab- lierten Introitussonographie, die ei- nen Einblick in den paraurethralen Raum gibt, wagen wir uns mit der PF-Sonographie aus der festgeleg- ten Ultraschallebene der Introitusso- nographie heraus in die gesamte Beurteilung des kleinen Beckens. Durch das vaginale Einführen des Scanners, durch Verkippen der Ul- traschallebene wie auch durch Vari- ieren der Schallkopfachse erreicht man eine komplette Darstellung des Beckenbodenraumes (16, 17, 18, 19, 20, 21, 22) (Abb. 3). Abb. 1: Zentraler Defekt der endopelvinen Fascie (links), abdominale PF-Sonographie mit zentraler Senkung der Blase (rechts) Abb. 2: Lateraler Defekt der endopelvinen Fascie beidseitig (links), abdominale PF-Sonographie mit beidseitiger Senkung der Blase (rechts)

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