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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2013

kontinenz aktuell März/201312 Übersichtsarbeit J. Feisthammel, Th. Schwalenberg, J. Mössner, A. Dietrich Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Universitätsklinikum Leipzig Interdisziplinäre Diagnostik und Therapie der Stuhlinkontinenz Die Stuhlinkontinenz ist ein unter- schätztes Krankheitsbild. Während sie bei älteren, bettlägrigen und dementen Patienten auch von Fachpersonal ungerechtfertigter- weise oft als selbstverständlich mit zum Verlauf gehörend gewertet wird, tritt diese bei jungen Patien- ten zwar in absoluten Zahlen sel- ten auf, hat dann aber schwerwie- gende Auswirkungen auf das so- ziale Leben der Betroffenen. Eine häufig zitierte Angabe zur Präva- lenz der Stuhlinkontinenz bezieht sich auf eine amerikanische Umfra- ge, bei der sich eine Häufigkeit von 3 bzw. 4,5 % (männlich/weib- lich, mind. ein Inkontinenzereignis pro Woche) bei über 65-Jährigen ergeben hatte (1). Aus der tägli- chen Arbeit wird aber klar, dass die Gruppe der ansonsten wenig beeinträchtigten und meist arbeits- fähigen Betroffenen vor der ersten Vorstellung an einem spezialisier- ten Kontinenz- und Beckenboden- zentrum über einen sehr langen Zeitraum nicht adäquat versorgt wurden. Dies liegt einerseits oft da- ran, dass die Patienten die Proble- matik aus Scham typischerweise lange verschweigen und als schick- salhaft akzeptieren ohne ihren Hausarzt in dieser Frage zu konsul- tieren (2). Bei den Patienten, die deswegen einen Arzt konsultieren, wird von diesem manchmal eine nur unzureichende weitere Diag- nostik und Therapie eingeleitet. Ins- besondere die hilfreichen konser- vativen Therapieoptionen dieses Krankheitsbildes sind oft zu wenig bekannt. Die richtige Anwendung dieser Behandlungsmöglichkeiten schafft in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle eine wesentli- che Verbesserung der Lebensquali- tät mit einfachen Mitteln. Erst nach unzureichendem Ansprechen auf die konservative Therapie sollte den Patienten eine weiterführende (z. B. operative) Therapie angebo- ten werden. kontinenz aktuell 59/2013 59: 12–17, © Bibliomed 2013 J. Feisthammel • Th. Schwalenberg • J. Mössner • A. Dietrich Interdisziplinäre Diagnostik und Therapie der Stuhlinkontinenz Die Stuhlinkontinenz ist ein Symptom mit oft gravie- renden Auswirkungen auf das soziale Leben der Be- troffenen. Es gibt viele Ursachen einer Stuhlinkonti- nenz, meist findet sich aber eine Mischform aus ver- schiedenen Ursachen. Während manche Ursachen durch eine Operation zu beheben sind (Rektumpro- laps, Hämorrhoiden Grad IV), muss bei den meisten Ursachen die Operation sehr sorgfältig geprüft wer- den. Der vorliegende Artikel gibt eine Übersicht über die Ursachen und Differentialdiagnose der Stuhlinkonti- nenz aus internistischer Sicht, den Weg zur Diagno- sestellung sowie die zur Verfügung stehenden kon- servativen Therapieoptionen. Schlüsselwörter: Stuhlinkontinenz Proktologische Diagnostik Konservative Therapie Interdisciplinary diagnostics and treatment of fecal incontinence Fecal incontinence is a symptom which often has se- rious effects on the social life of those affected by it. There are many causes of fecal incontinence, but usually there is a mixture of various causes. Whilst some causes can be rectified by an operation (rectal prolapse, grade IV hemorrhoids), for most causes the operation must be very carefully exami- ned. The present article gives an overview of the causes and differential diagnosis of fecal inconti- nence from the point of view of internal medicine, the route to making a diagnosis as well as the avai- lability of existing conservative treatment options. Key words: fecal incontinence proctological diagnostics conservative treatment Zusammenfassung • Abstract

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