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kontinenz aktuell - Ausgabe 03-2012

kontinenz aktuell Oktober/2012 9 L. Radlinger1 , C. Lehmann2 , A. Kuhn3 , H. Luginbühl1 1 Berner Fachhochschule Gesundheit, aF&E Physiotherapie, Schweiz 2 Universitätsspital Bern, Inselspital, Institut für Physiotherapie, Schweiz 3 Universitätsspital Bern, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Schweiz Aktivierbarkeit der Beckenbodenmuskulatur durch Ganzkörpervibration Um die Kontinenz zu sichern, kon- trahiert die gesunde Beckenboden- muskulatur (BBM) stark (1), schnell und reflektorisch (2, 3). So liegt im gesunden Zustand eine unwillkür- liche, unbewusste Kontraktion des Beckenbodens vor, wenn Kräfte impulsartig eingeleitet werden, wie das beispielsweise während des Joggens, Hustens oder Nie- sens der Fall ist. In diesem Zusam- menhang weisen verschiedene Stu- dienergebnisse darauf hin, dass die Funktion der BBM bei Frauen mit Belastungsinkontinenz hinsicht- lich der schnellen Kontraktionsfä- higkeit deutlich eingeschränkt ist (2, 3). Hinsichtlich des Trainings dieser Kraftkomponenten, aber auch grundsätzlich, ist das Beckenbo- dentraining mittels physiotherapeu- tischer Maßnahmen notwendig und wird als eine wesentliche Maßnah- me beschrieben (4). Die typischen Maßnahmen sind hier Verhaltens- instruktionen, funktionelle Übun- gen, Training der Sensomotorik und der verschiedenen Kraftaspek- te mit und ohne Biofeedback sowie vaginale Elektrostimulation. Diese komplexe Beckenbodentherapie zeigt gute relevante Verbesserun- gen bei Belastungsinkontinenz (5). Jedoch erscheint besonders das Training von schnellen und reakti- ven Kontraktionen schwierig. Dies gilt besonders dann, wenn Frauen mit der Sensomotorik und der Wahrnehmung ihres Beckenbo- dens Schwierigkeiten haben. Denn durch die vaginale Geburt oder durch den Altersgang kann es zur Beeinträchtigung der sensorischen oder auch motorischen Innervation kommen (6, 7). Im Zusammenhang mit dem Schnell- krafttraining der BBM könnte die Anwendung einer Ganzkörpervi- bration (GKV) interessant sein. Denn GKV zeigt in Interventions- studien gerade bei einer abge- schwächten Muskulatur positive Titelthema kontinenz aktuell 58/2012 58: 9–14, © Bibliomed 2012 L. Radlinger • C. Lehmann • A. Kuhn • H. Luginbühl Aktivierbarkeit der Beckenbodenmuskulatur durch Ganzkörpervibration Frauen mit insuffizienter Beckenbodenmuskulatur und Belastungsinkontinenz weisen eine verminderte Kraftfähigkeit auf. Ganzkörpervibration führt zu ei- ner akuten Aktivierung der Beckenbodenmuskulatur, die über die willkürliche maximale Kontraktionsfä- higkeit hinausgeht und zudem reflektorisch schnell erfolgt. Damit deutet sich die Ganzkörpervibration als zusätzliche Therapiemaßnahme an. Ob diese allerdings klinisch bedeutungsvoll wird, ist noch zu prüfen. Schlüsselwörter: Maximalkraft Schnellkraft Reaktivkraft Sensomotorik Activation of pelvic floor muscles by means of whole body vibration Women with insufficient pelvic floor muscles and stress incontinence demonstrate reduced strength ability. Whole-body vibration leads to an acute acti- vation of the pelvic floor muscles which exceeds the voluntary maximum ability to contract and also oc- curs as a quick reflex action. Therefore, whole-body vibrations are indicated as an additional therapeu- tic treatment. Tests must still be carried out in order to determine whether this is clinically significant. Key words: maximum strength speed strength reactive strength sensori function Zusammenfassung • Abstract

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