Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

kontinenz aktuell - Ausgabe 03-2012

kontinenz aktuell Oktober/20126 ausgaben eingespart werden kön- nen (7). Disease Management ist ebenfalls ein Begriff, der bei der Integrierten Versorgung eine Rolle spielt. Er hat Stellenwert bei den chronischen Erkrankungen. Strukturierte, ge- plante statt reaktiver Betreuung sind dabei die Schlüsselwörter. Am Modell der Barmer GEK-Kran- kenkasse „Koordiniertes Versor- gungsmanagement“ wird deutlich, dass dabei die „richtige“ Auswahl der infrage kommenden Patienten wichtig ist (2). Im Mai diesen Jah- res hat sich in Linz/Österreich die Fachhochschule für Gesundheit und Soziales dieses Themas ange- nommen und einen Kongress orga- nisiert, bei dem eine Vielzahl von Modellen angesprochen wurden. Am weitesten fortgeschritten in der Etablierung von Integration und Kooperation sind die Praxisnetze. In Deutschland gibt es Schätzun- gen zufolge zwischen 400 und 800 Praxisnetze unterschiedlicher Kooperationstiefe, die Zahl der ko- operierenden Ärztinnen und Ärzte wird mit bis zu 30 000 angege- ben. Bislang können im Praxisnetz organisierte Ärztinnen und Ärzte Verträge nach § 63f (Modellvor- haben), § 73a (Strukturverträge), § 73b (alt) und § 140 a–d SGB V (Integrierte Versorgung) abschlie- ßen, sofern sich hierzu kooperati- onsbereite Partner, vor allem inno- vative Krankenkassen, finden. Die Vertragsinhalte der bestehenden aktiven Arztnetze reichen von Prä- ventionsprogrammen, etwa zur Steigerung der Impfrate, bis hin zu regionalen, ambulant-stationären Versorgungsmodellen für bestimm- te Versichertengruppen wie das „gesunde Kinzigtal“ im südbayri- schen Städteviereck Offenburg, Freudenstadt, Villingen-Schwennin- gen und Freiburg. Bei diesen Praxisnetzen vereinba- ren die Vertragspartner beispiels- weise Standards für die vorstatio- näre Diagnostik, gemeinsame Visi- Titelthema Widersprüche mit ihrer Einsatzbe- reitschaft nicht ausgleichen kön- nen. Diese Herausforderungen einer im- mer komplexer werdenden Ge- sundheitsversorgung der multimor- biden, chronisch kranken, älteren Patienten können nicht von Einzel- kämpfern, sondern nur im Team gemeistert werden. Die Berufs- gruppen im Gesundheitswesen müssen enger zusammenarbeiten und auch ihre gesundheitspoliti- schen Anliegen gemeinsam vertre- ten (1, 5). Manchmal fehlt aller- dings noch das „WIR-Gefühl“, dass alle Beteiligten gemeinsam die Verantwortung für das Gesund- heitswesen zu übernehmen haben. In der Realität besteht zurzeit noch der Trend zur Fragmentie- rung. Den zunehmenden Versor- gungsbedarf und den knapper werdenden Ressourcen wird man aber nicht mit wechselseitigen Ver- drängungstendenzen gerecht wer- den. Diese Herausforderung gilt im übrigen nicht nur für Deutschland, sondern betrifft in gleicher Weise auch unsere Nachbarländer (4). Was ist erforderlich, um dieses Ziel der Arbeit im Team zu errei- chen? Sicherlich müssen Konse- quenzen in der Aus- und Weiterbil- dung von Gesundheitsdienstleis- tern bezogen werden. Während die Ärzte häufig durch interdiszip- linäre ärztliche Netzwerke hier schon eine Vorbereitung haben, gilt dies in der Regel nicht für The- rapeuten und Pflegekräfte. Hier stellt sich die Frage, wie die Wei- terentwicklung nicht ärztlicher Ge- sundheitsberufe zu einem echten Gewinn für eine gemeinschaftliche Patientenversorgung werden kann? Nicht vergessen werden darf, dass auch „Teammanager“ in die Überlegungen einbezogen wer- den müssen, wie die bestehenden Modelle zeigen. Die wichtigste Antwort wird aber auf die Frage sein: Wie entsteht im ganz konkre- ten Versorgungsfalltag das kompe- tente Team der Zukunft? Unter den Begriffen integrierte Ver- sorgung, Kooperation der Gesund- heitsberufe, Netzwerkarbeit wird meist eine sektorenübergreifende Patientenversorgung mit einem durchgängigen Diagnose- und Be- handlungskonzept vom niederge- lassenen Arzt, zum Facharzt, zum Krankenhaus unter Einbeziehung nicht ärztlicher Gesundheitsberufe, insbesondere der Pflege verstan- den. In den bisher vorliegenden Konzepten sollen die einzelnen Di- agnose- und Behandlungsschritte zwischen den Behandlungspart- nern aufeinander abgestimmt wer- den, um dadurch die Qualität der Versorgung für die Patienten über alle beteiligten Leistungsbereiche hinweg zu verbessern und dabei möglichst den Einsatz der benötig- ten Mittel zu optimieren. Ein wich- tiger Teilaspekt in all den vorlie- genden Modellen ist ohne Zweifel die Kompetenz der älter werden- den Menschen für ihre Gesund- heit, aber auch für ihre Krankhei- ten. Gesundheitsaufklärung und Prävention spielen hier eine große Rolle. Dies bedarf dann auch der Klärung „Wer ist krank?“, wie es in der Zeitschrift kontinenz aktuell abgehandelt wurde (8). Einig ist man sich bei allen Beteiligten sol- cher Modelle, dass die Eigenver- antwortlichkeit der Patienten geho- ben werden muss. Weitere Begriffe in diesem Zusam- menhang sind Managed-Care-Mo- delle und Disease Management. Managed-Care-Modelle über- schneiden sich mit dem Begriff In- tegrierte Versorgung. Freie Arzt- wahl und die Marktmechanismen werden dabei zugunsten von ge- planten vertraglich geregelten Ab- läufen eingeschränkt, um Kosten zu senken und möglichst die Ver- sorgungsqualität gleichzeitig nicht zu verschlechtern (4). Das von der Bosch Krankenkasse etablierte Modell „Patientenbegleiter“ zeigt sogar in der Evaluation auf, dass hierbei die Versorgung und Betreu- ung der Patienten verbessert und zugleich vermeidbare Leistungs-

Pages