Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

kontinenz aktuell - Ausgabe 03-2012

kontinenz aktuell Oktober/2012 3 Die Alterung der Bevölkerung erfordert neue Formen der Versor- gung sowie eine Reflexion über Therapieindikationen unter Berück- sichtigung des höheren Lebensal- ters. Nicht zuletzt wegen der de- mografischen Entwicklung wird ein Bedarf an Therapeuten erkenn- bar, der bereits jetzt zur vermehr- ten Tätigkeit ärztlicher Kollegen im früher sogenannten Rentenalter führt. Dabei muss der Arzt selbst immer wieder seine Kompetenz und Fähigkeit überprüfen. Gewis- se Bereiche der medizinischen Überwachung der chronisch Er- krankten erfolgen zukünftig zur Entlastung des Arztes mit telemedi- zinischen Methoden. Die Bamberger Gespräche der Deutschen Kontinenz Gesellschaft, die in diesem Jahr bereits zum 16. Mal stattfanden, griffen diese The- matik auf und standen daher tref- fenderweise unter dem Motto „Zu- künftige Herausforderungen“. In der vorliegenden Ausgabe von kontinenz aktuell findet sich das „Protokoll“ dieser Veranstaltung. Zwei kompetente Übersichtsarbei- ten beschäftigen sich in diesem Heft schwerpunktmäßig mit der konservativen Therapie der Funkti- onsstörungen des Beckenbodens. So beleuchten Radlinger et al. die Grundlagen und Applikationsfor- men der Ganzkörpervibration zur Aktivierung der Beckenbodenmus- kulatur. Sie erwarten dabei den Ef- fekt einer Steigerung der maxima- len Kontraktionsstärke und des schnellen reaktiven Kraftanstiegs der Beckenbodenmuskulatur und eine Verbesserung der Sensomoto- rik. Vor dem theoretischen Hinter- grund ihrer Darstellung bleibt es im Augenblick noch offen, ob sich hierdurch ein wirkungsvoller und klinisch auch relevanter Beitrag zur Verbesserung der Kontinenz- leistung ergibt. Die Übersicht von Claßen zur Obs- tipation bei Kindern beleuchtet des Weiteren alle Facetten der gestör- ten Beckenbodenfunktion – ausge- hend von den seltenen organi- schen Ursachen hin zur Gefahr ei- ner Triggerung funktioneller Stö- rungen durch ein inadäquates Ma- nagement akuter Probleme im Kleinkindesalter. Die funktionellen Fehlsteuerungen werden durch psychiatrische Komorbiditäten er- schwert. Ihre Inzidenz ist bei Kin- dern bis zu fünf Jahren höher als die Klage über Bauchschmerzen. Unter einer inadäquaten Therapie zeigt sich eine deutliche Tendenz zur Chronifizierung. Die Übersicht zeigt die notwendigen diagnosti- schen Maßnahmen, die mit einfa- chen Mitteln möglich sind. Wenn eine Chronifizierung vermieden werden soll, ist eine frühzeitige, aktive Therapie unter Einbezie- hung der Eltern mit deren Beratung und Schulung erforderlich. In der medikamentösen Behandlung der Entleerungsstörung sollte einer ora- len Anwendung gegenüber trans- analen Maßnahmen der Vorrang gegeben werden. Durch eine kon- trollierte Therapie lassen sich Pro- bleme in der Eltern-Kind-Bezie- hung verringern und das betroffe- ne Kind erfährt eine Stärkung sei- nes Selbstwertgefühls. Der Beitrag von Claßen enthält eine Fülle prak- tisch umsetzbarer Empfehlungen. Last but not least: Die Website der Deutschen Kontinenz Gesellschaft hat ein, wie ich finde, sehr anspre- chendes neues Layout. Schauen Sie einmal rein – es lohnt sich! Ihr Zukünftige Herausforderungen Dr. med. Franz Raulf Mitglied des Expertenrats der Deutschen Kontinenz Gesellschaft Editorial

Pages