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kontinenz aktuell - Ausgabe 03-2012

kontinenz aktuell Oktober/2012 19 Die Spezialisten Kompetenz für die Pflege Über 20 Jahre Erfahrung in der Versorgung mit Inkontinenzprodukten Enge Kooperation mit Pflegeeinrichtungen und Ärzten Großes Sortiment an Produkten namhafter Hersteller Individuelle, diskrete Beratung Bundesweite Hilfsmittelversorgung Partner (fast) aller Krankenkassen Inkozell GmbH Malteserstr. 139-143 12277 Berlin Telefon 0800/664 71 42 email: vertrieb@inkozell.de www.inkozell.de ✓✓ ✓✓ ✓✓ ✓✓ ✓✓ Grundsätzlich ist das Erlernen der Kontinenz wegen der Komplexität der Funktionsabläufe und der Viel- zahl der Einflussfaktoren relativ störanfällig. Als besonders vulnera- bel muss die Phase zwischen ers- tem und viertem Lebensjahr gelten. Kommt es dann zu einer Störung, können die Kinder den physiologi- schen Ablauf oft nicht wieder selbstständig in Funktion bringen. Bei älteren Kindern können Stör- faktoren zwar eine akute Obstipa- tion verursachen, die Gefahr einer Chronifizierung der Störung ist aber geringer. Einfluss der Ernährung auf die Obstipation Fehlernährung oder eine geringe Trinkmenge werden von Laien und Ärzten immer wieder als die wich- tigsten Ursachen für die chronische Obstipation angesehen. Hierfür gibt es relativ wenig Evidenz (19), sodass dies als begünstigender Faktor diskutiert werden sollte, nicht aber als alleinige Ursache. Obstipationsassoziierte Stuhlinkontinenz In etwa 80 % der Fälle von Kin- dern mit Stuhlinkontinenz liegt eine chronische Obstipation vor (20). Durch die chronische Akkumula- tion des Stuhls im Rektum kommt es zu einer anhaltenden Erweiterung des Rektums. Dies führt zu einer verminderten Wahrnehmung des Füllungsgrades und zu einem An- stieg der Dehnbarkeit (Compliance) des Rektums (21). Die anhaltende Überdehnung des Rektums verkürzt den Analkanal und vermindert den Verschluss- druck des Sphinkters. Bei körperli- cher Aktivität, Husten und Lachen kommt es dann zum unwillkürli- chen Abgang von kleinen Mengen Stuhl, das von den Eltern meist als Stuhlschmieren beschrieben wird. Auch bei Rückhaltemanövern kommt es trotz der Anstrengungen des Kindes zur Vermeidung der Defäkation oft zur Entleerung klei- ner Mengen Stuhl. Weicher Stuhl oder sekundär verflüssigter Stuhl läuft an festen Skybala vorbei nach außen (7). Bei 63 % einer Gruppe von Kin- dern mit obstipationsassoziierten Stuhlinkontinenz können Triggerer- lebnisse mit schmerzhafter Defäka- tion (z. B. durch perianale Entzün- dung, Fiebermessen, große Stuhl- kaliber) vor dem dritten Geburts- tag anamnestisch erfasst werden (18). Komorbiditäten der chronischen Obstipation Nephrologische Komorbiditäten Die häufigste mit Stuhlentleerungs- problemen (Obstipation resp Stuhl- inkontinenz) assoziierten körperli- chen Störungen sind Harninkonti- nenz und rezidivierende Harn- wegsinfekte. In größeren Serien haben Kinder mit Stuhlentleerungs- problemen Prävalenzen von 14 bis 46 % für Harninkontinenz tagsüber und 20 bis 40 % für Enuresis nocturna (22, 23). Umgekehrt finden sich bei Patien- ten mit Harninkontinenz in bis zu 35 % eine Stuhlinkontinenz und/ oder Obstipation (24). Psychiatrische Komorbiditäten Verhaltensprobleme kommen bei Kindern mit Obstipation häufiger als bei Gesunden vor, sind aber mild ausgeprägt und eher die Folge der Darmproblematik als de- ren Ursache (25). Typische komor- bide psychiatrische Störungen sind Störungen des Sozialverhaltens mit oppositionellem Verhalten, Auf- merksamkeitsstörungen sowie emo- tionale Störungen und Teilleistungs- störungen. Die Rate psychiatri- scher Komorbiditäten liegt bei der obstipationsassoziierten Stuhlin- kontinenz deutlich höher als bei der isolierten Obstipation. Dies Titelthema

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