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kontinenz aktuell - Ausgabe 03-2012

kontinenz aktuell Oktober/201212 Titelthema Wie lange soll die Ganz- körpervibration appliziert werden? Nachdem sich geklärt hat, dass stochastische GKV die BBM beson- Abb. 4: Arithmetische Mittelwerte und Standardabweichungen der normalisierten elektromyogra- fischen Aktivität der Beckenbodenmuskeln bei einer stochastischen Ganzkörpervibration mit 2, 4, 6, 8, 10 und 12 Hz Vibrationsfrequenz (Kontrollgruppe n=21, Post Partum Gruppe n=17) (vgl. [13], Abb. 1[C]) 250 200 150 100 50 0 EMG% Vib Kontrollgruppe Post Partum Gruppe Vib+MVC Vib Vib+MVC 2 Hz 4 Hz 6 Hz 8 Hz 10 Hz 12 Hz 0,4 0,3 0,2 0,1 0 EMG(uV) Hertz (1*s-1 ) 50 100 150 200 Abb. 5: Beispiel einer Spektralverteilung (Fast Fourier Transformation) des Beckenboden-EMGs während einer stochastischen Ganzkörpervibration mit einer Frequenz von 8 Hz. Die Peaks zeigen die erhöhte Aktivierung bei der Vibrationsfrequenz (8 Hz) und deren Oberwellen (16, 24, 32 Hz etc.) Erläuterungen/Legende zu Abb. 2–4: EMG%: Die Aktivierung der Beckenbo- denmuskeln wurde normalisiert, d. h. vor der Vibration wurde die Aktivierung wäh- rend einer maximalen, willkürlichen Kon- traktion (engl. maximum voluntary con- traction = MVC) gemessen und gleich 100 % Aktivierung gesetzt. Die durchgezogene Linie bei 100 EMG% stellt demnach die individuelle maximale willkürliche Aktivierbarkeit der Beckenbo- denmuskeln dar. Die gestrichelte Linie zeigt die mittlere Ru- heaktivierung der Beckenbodenmuskeln im aufrechten Stand für die Probandinnen (Abb. 2) und für die Kontrollgruppe und Post Partum Gruppe (Abb. 3 & 4). Vib: Die Aktivierung der Beckenboden- muskeln wurde während der Vibration ge- messen. Die Beckenbodenmuskeln wur- den also alleine durch die Vibration akti- viert. Vib+MVC: Die Aktivierung der Becken- bodenmuskeln wurde während der Vibra- tion gemessen. Gleichzeitig haben die Probandinnen den Beckenboden wäh- rend der Vibration noch maximal willkür- lich kontrahiert. ders stark bei geschwächter BBM aktiviert, stellt sich im trainingsme- thodischen Sinn eine weitere Fra- ge, nämlich wie lange die GKV appliziert werden soll. Dazu unter- suchten Luginbühl et al. (14) 27 Frauen (8 Wochen bis 1 Jahr post partum) und 23 Frauen (nulliparae oder > 1 Jahr post partum) wäh- rend einer stochastischen Vibra- tion (8 Hz). Diese GKV wurde ent- weder kontinuierlich (60 Sekun- den ohne Pause) oder intermittie- rend (60 Sekunden mit Pausen =>12 x 5 Sekunden mit je 10 Se- kunden Pause) ausgeführt. Beide Belastungsmodalitäten (kontinuier- lich/intermittierend) wurden mit je 3 Serien mit einer Serienpause von je 1 Minute absolviert. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Aktivierung wie bekannt zwar deutlich höher als die Ruheaktivität war, sich aber bei beiden Belas- tungsmodi nicht signifikant verän- derte. Das heißt, es kam während der Serien weder zu einer Zunah- me noch zu einer Abnahme der Beckenbodenaktivität. Dies ist in- sofern interessant, als dass man gerade bei geschwächtem Becken- boden hätte erwarten können, dass die Aktivierung wegen der Er- müdung unter Belastung abnimmt.

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