Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

kontinenz aktuell - Ausgabe 03-2012

kontinenz aktuell Oktober/201210 Titelthema Trainingseffekte hinsichtlich Maxi- mal- und Schnellkraft. Dies ist bis- lang allerdings nur für die obere und untere Extremität, nicht aber für die BBM untersucht worden (8, 9, 10). Aktiviert Ganzkörper- vibration die Beckenbodenmuskulatur? Diese Sachlage führte zu der Fra- gestellung von Bhend et al. (11), ob GKV überhaupt zu einer aku- ten Aktivierung der BBM führt. Da- zu testeten sie in einer Pilotstudie neun junge gesunde Frauen (18– 30 Jahre alt, nulli parae) auf der Ganzkörpervibrationsplatte (Abb. 1 [A]). Die Ergebnisse sind eindeu- tig und in Abbildung 2 zusammen- gefasst: Die mittlere Ruheaktivie- rung im aufrechten Stand beträgt etwa 30 EMG%. Es konnte ge- zeigt werden, dass die BBM schon dann aktiv wurde, wenn die Pro- bandinnen nur aufrecht und ohne jede willkürliche Beckenbodenkon- traktion auf der vibrierenden Platte standen. Die Aktivierungen durch GKV lagen dann im Mittel bei 40–52 EMG% und signifikant über der Ruheaktivität des Becken- bodens im Stand. Wenn die Pro- bandinnen während der Vibration gleichzeitig auch noch ihre BBM maximal kontrahierten (maximum voluntary contraction = MVC), dann erzielten sie mittlere Aktivie- rungswerte von 90–113 EMG%, die damit zum Teil über denjeni- gen lagen, die bei einer MVC oh- ne Vibration erreicht werden. So- mit kann aus dieser Untersuchung gefolgert werden, dass GKV die BBM aktiviert und dies zum Teil hö- her, als es mit reiner maximaler Willkürmotorik möglich ist. Führen unterschiedliche Schwingungsarten zu unterschiedlich hohen Aktivierungen? Der Markt der Ganzkörpervibrati- onsgeräte ist vielfältig, denn die Geräte werden aufgrund von neu- rophysiologischen Überlegungen elektromechanisch fortlaufend wei- terentwickelt. Derzeit lassen sich etwa drei Typen von Schwingungs- arten unterscheiden, nämlich sol- che mit sinusförmig-vertikalen, si- nusförmig-wippenden und stochas- tischen, zufälligen Schwingungen (Abb. 1) (12). So wurde von Lauper et al. (13) in einer Folgestudie die folgenden weiteren Fragestellungen bearbei- tet: Führen auch sinusförmig-wip- pende oder stochastische Schwin- gungsformen zu akuten Aktivierun- gen der Beckenbodenmuskeln? Abb. 1: Probandinnen mit leicht flektierten Knie- und Hüftgelenken aufrecht stehend auf einer (A) monopedalen Ganzkörpervibrationsplatte, die vertikal schwingt und sinusförmige Vibrationen im Frequenzbereich von 20–60 Hz mit 2 mm und 4 mm Amplitude generiert (Fitvibe 600, Medidor, Aesch, Schweiz) (B) monopedalen Ganzkörpervibrationsplatte, die sinusförmige, seitenalternierende (wippende) Vibrationen generiert (Galileo 9001, REMEDA GmbH, Horgen, Schweiz) (C) bipedalen Ganzkörpervibrationsplatte, die stochastische, zufällige Vibrationen generiert (Zeptor med, Idiag AG, Fehraltorf, Schweiz) (A) (B) (C)

Pages