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kontinenz aktuell - Ausgabe 02-2012

kontinenz nach Geburt von 38,6 % bei Frauen mit einem Kind und 41,7 % bei Mehrgebärenden gefun- den. Die Literatur findet Risikofaktoren wie Geburtsmodus, Alter bei der ersten Entbindung, Anzahl der Geburten und Body-Mass-Index. Aber diese Faktoren verlieren ihren Einfluss mit zunehmendem Lebensalter. In der norwegischen EPINCONT-Studie konnten 2003 von Rortveit (3) wichtige Phänomene aufgezeigt wer- den. Bei der Befragung von 150 000 Frauen zeigte sich in der Gruppe von 21 bis 39 Jahren eine deutli- che Zunahme der Belastungsinkontinenz von 10,1 % bei Erstgebärenden auf 15,9 % bei Frauen mit Schnitt- entbindung und 21 % bei Frauen mit Spontanent- bindung. In der Gruppe vom 50. bis 64. Lebensjahr bestätigt sich der deutliche Geburtseinfluss mit 15,2 % Inkonti- nenzrate bei Erstgebärenden, 28,6 % bei Schnittent- bindung und 30 % bei Spontangeburt. Neben einer deutlichen erhöhten Inzidenz an einer Inkontinenz scheint im Langzeitverlauf der Entbindungsmodus keine entscheidende Rolle zu spielen. Auch die Untersuchung von Entbindungen von Steiß- geburten von Hannah et al. 2002 (4) und 2004 (5) zeigte interessante Nebenergebnisse. Die zusätzlich erfasste Harninkontinenz nach Geburt zeigte nach 3 Monaten in der Kaiserschnittgruppe (n=798) eine Inzidenz von 4,5 %, in der Spontanentbindungs- gruppe (n=797) 7,3 %. Dies veränderte sich nach 24 Monaten nach Entbindung auf 17,8 % in der Sectio- Gruppe und 21,8 % in der Spontanentbindungs- Gruppe; auch hier scheint der Einfluss des Entbin- dungsmodus im längeren Verlauf abzunehmen. In einer Studie von Wilson et al. 1996 (6) wurde die Frage nach möglichen Unterschieden bei mehreren Spontangeburten oder Kaiserschnittentbindungen bearbeitet. 3 Monate nach Entbindung zeigte sich hier eine gleiche Rate an postpartaler Harninkon- tinenz nach 3 oder mehr Schnittentbindungen im Vergleich zu Vaginalentbindungen (3 oder mehr Kaiserschnitte 38,9 %, 3 oder mehr Spontangeburten 37,7 %). Titelthema kontinenz aktuell Juli/2012 9 Zusammenfassung • Abstract kontinenz aktuell 2/2012 57: 8–12, © Bibliomed 2012 Auswirkungen von Schwangerschaft und Entbindung auf den Beckenboden und mögliche Präventionsmaß- nahmen Schwangerschaft und Entbindung können zu deutlichen Einschränkungen der Beckenbodenfunktion führen. Die Literatur zeigt Unterschiede zwischen Sectio und Spontangeburt, jedoch dominiert mit zunehmender Zeit der Alterseffekt unabhängig vom Entbindungsmodus. Die aktuelle Datenlage erlaubt keine Befürwortung der Wunschsectio als Beckenbodenschutz. Mit präventiven Maßnahmen und einer besseren Beratung der werden- den Mütter kann unverändert die Spontangeburt als sichere Methode empfohlen werden. Schlüsselwörter: Schwangerschaft Entbindung Wunschsectio Beckenbodenprävention The effects of pregnancy and childbirth on the pelvic floor and possible preventive measures Pregnancy and childbirth can significantly impair pelvic floor function. The literature does show differences between C-section and vaginal delivery, although this becomes less marked over time, with aging playing a greater role than the type of delivery. There is currently no evidence to suggest that an elective C-section offers protection for the pelvic floor. With preventive measures and better advice for pregnant women, vaginal delivery can continue to be recommended as a safe option. Key words: pregnancy childbirth elective C-section prevention of pelvic floor injury G. Naumann

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