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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2012

kontinenz aktuell März/2012 7 Titelthema WHO: Verfassung der W eltgesundheitsorga- nisation vom 22.07.1946 Bayer, I.: Ab wann ist man „krank“? Ä rztekrone 20/11, 2011, 6–7 Dapp, U.: Erfolgreiches Altern durch Gesundheits- förderung In: Medizin des Alterns und des alten Menschen, Steinkopff-Verlag, Darmstadt 2004 Kuhlmey, A.: Kann man gesund altern? Bamberg 10.09.2011, Symposium der Deutschen Kon - tinenz Gesellschaft. Lay, R.: Ethik in der Pflege, Schlü tersche Ver- lagsgesellschaft 2004 Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung 126 vom 06.04.2010 Literatur das Individuum als auch Gruppen ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre Wünsche und Hoffnungen wahr- nehmen und verwirklichen sowie ihre Umwelt meistern bzw. verän- dern können. Gesundheit steht da- bei für ein positives Konzept, das in gleicher Weise die Bedeutung sozialer und individueller Ressour- cen ebenso betont wie die körper- lichen Fähigkeiten (Dapp 2004). In einer Podiumsdiskussion in Wien (Bayer 2011) fanden sich zu die- ser Thematik eine Reihe interessan- ter Statements. So wies Univ.-Prof. Dr. Michek Musalek, Institutsv or- stand und Ärztlicher Direktor des Anton-Broksch-Instituts darauf hin, dass „eine Krankheit haben bedeu- tet nicht krank sein“. Frau Dr . Hildegunde Piza, Fachärztin für plastische Chirurgie, betonte aus ihrer Sicht. „Unsere Gesellschaft muss umdenken. Es muss nicht alles perfekt sein.“ Sie berichtet von Menschen, die erstaunlich gut mit ihren Behinderungen leben und durch sie oft sogar neue Fähig- keiten gewinnen. Einig war man sich, dass eine diagnostizier te Krankheit nicht unbedingt „krank sein“ für den Betroffenen bedeuten muss bzw. darf. Dr. Günther Loewit, Landarzt, wies darauf hin, dass Krankheiten im Alter vielleicht nur normales Altern darstellen. Neben der Bedeutung der Ge - sundheitsförderung und Prävention in allen Stadien der Gesundheit stellt sich natürlich besonders die Frage bei Auftreten von neuen aku- ten Erkrankungen, inwieweit sie zu bewerten sind. Hier muss man sich von der jetzigen Krankheitsdefi - nition nach organmedizinisch aus- gerichteten Diagnosen lösen und zur „geriatrischen Diagnose“ kom- men. Organmedizinische Diag - nostik muss mit der Funktionalität zu einer „geriatrischen Diagnose“ zusammengeführt werden. Die fast immer im Alter vorhandene Multi- morbidität zwingt einen von der Diagnosezentrierung zu lösen und patientenbezogen zu handeln. Der Beitrag der Einzelerkrankung zur Krankheitslast, zur Gesamtprogno- se bzw. Gesundheitsschicksal steht im Vordergrund. Ausdruck dieses Denkens ist das Geriatrische As - sessment, das die Risikobereiche geriatrischer Patienten (Kognition, Lokomotion, Autonomie, Nutrition, Gesamtzustand u.a.) er fasst. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, die persönliche Vorstellung des Patienten zur Lebensbewälti - gung bzw. zu seiner Lebensqualität in die Diagnostik und Therapie ein- zubeziehen. In diesem Sinne ist man „krank“ im Alter, wenn man den An- forderungen des täglichen Lebens nicht mehr oder nur eingeschränkt folgen kann und nicht eine Reihe von organmedizinisch ausgerichte- ten Diagnosen vorweisen kann. Dr. med. Dag Schütz, Oberarzt St. Elisabeth Krankenhaus Klinik für Innere Medizin und Akutgeriatrie Tönisheider Str. 24 42553 Velbert Prof. Dr. med. Ingo Füsgen Klinik für Innere Medizin und Geriatrie – St. Elisabeth- Krankenhaus Velbert, Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke Tönisheider Str. 24 42553 Velbert - Neviges führen und wirtschaften im Krankenhaus Täglich aktuelle News www.bibliomed.de www.jobboerse- gesundheitswirtschaft.de www.station24.de www.jobboerse-gesundheitswirtschaft.de–www.bibliomed.de–www.jobboerse-gesundheitswirtschaft.de–www.bibliomed.de