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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2012

Titelthema kontinenz aktuell März/2012 5 Dr. med. Dag Schütz, Prof. Dr. Ingo Füsgen Ab wann ist man im Alter „krank“? Die westlichen Industriestaaten erleben zur Zeit einen demografi- schen Wandel mit einem massiven Anstieg Hochbetagter. Diese Äl- teren stellen aufgrund der meist vorhandenen Multimorbidität ein besonderes medizinisches und damit verbunden auch finanzielles Problem für das Gesundheitswesen dar. Die ausgebaute Diagnostik macht es dazu heute möglich, dass bei jedem älteren Menschen Ab - Ab wann ist man im Alter „krank“? Zusammenfassung Der demografische Wandel führt zu einer Zunahme älterer Patienten, die Pflege und Unterstützung brauchen. Im Alter muss eine Krankheit ebenso differenziert betrachtet werden wie in der Jugend. Der Verlust von Unabhängigkeit und Lebensqualität stehen im Vordergrund. Gerade im Alter wirkt Prävention am besten. Eine Krankheit zu haben, bedeutet nicht zwangsläufig krank zu sein. Es ist eher notwendig, zu einer Definition neu auftretender Erkrankungen im Alter zu kommen. Schlüsselwörter: Demografischer Wandel, Verlust von Unanhängigkeit, Lebensqualität, Gesundheitspflege When do you start „to be ill“ in the old age? Summary The demographic change leads to an increase in aged patients who need treatment. In the age illness is noticed different as in the youth. The loss of independence and the loss of quality of life are in the foreground. Even in the age preventive treatment and health care is effective. To have a disease does not necessary mean being ill. It is inevitable to define newly illness in the old age. Key words: demographic change, loss of independence, quality of life, health care Zusammenfassung I Summary Kontinenz aktuell 1/2012 56: 5–7, © Bibliomed 2012 Dr. med. Dag Schütz, Prof. Dr. Ingo Füsgen weichungen von der „Norm“ fest- zustellen sind. Daraus folgend lau- fen Ärzte schnell Gefahr, übers Ziel hinaus zu schießen. Die steigen- den Gesundheitskosten machen es deutlich (Statistisches Bundesamt 2010). Die pflegerische Definition von Gesundheit umfasst die zufrie- denstellende Entfaltung von Selbst- ändigkeit und W ohlbefinden in den Aktivitäten des Lebens (Lay 2004). Besonders im Alter nimmt die Bedeutung von Hilfsbedürftig- keit zu. Der V erlust von Selbst - ändigkeit bedeutet einen starken Einschnitt in das intakte Selbst - wertigkeitsgefühl. Bei beschränkten finanziellen Res- sourcen im Gesundheitswesen wer- den wahrscheinlich gerade bei den Älteren schnell inhumane Tendenzen deutlich, wenn es uns nicht gelingt, durch Struktur ver-