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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2012

kontinenz aktuell März/2012 35 MK Österreich rung der Gedächtnisleistung sind. Acetylcholin besitzt im Gehir n überragende Bedeutung für Aufmerksamkeitsprozesse und das Gedächtnis. In den letzten Jahren konnte eindeutig besonders für Oxybutenin der negative Effekt auf diese kognitiven Fähigkeiten nach- gewiesen werden, somit wird Oxybutenin ab dem 60. Lebens - jahr allgemein und bei Anzeichen einer Alzheimer Erkrankung nicht mehr empfohlen. Oxybutenin, Tolderodine, Solife- nacin, Darifenacin und Propiverin sind alles ter tiäre Ammonium- basen, welche liquorgängig sind, also in das Gehirn gelangen kön- nen, die modernen Medikamente verursachen jedoch trotzdem deut- lich weniger Nebenwirkungen. Trospiumchlorid als stark hydrophi- le und nicht liquorgängige quartä- re Ammoniumbase hat diesbezüg- lich Vorteile. An dieser Stelle muss man erwäh- nen, dass die heute bei älteren Menschen oft praktizier te Poly- pharmazie sehr oft anticholinerg wirkende Medikamente enthält (ältere Antidepressiva, Antipar - kinson Mittel, Antiasthmatika, Anti- histaminika, Diuretica etc.) und es zu einem kumulativen toxischen Effekt kommen kann, welcher der Demenz Vorschub leistet. Man soll- te also bei der Behandlung der ÜAB an negative anticholinerge Effekte im Gehirn, aber auch an die mögliche Verschlechterung der Blasensymptome durch Cholines- terasehemmer denken. Therapierichtlinien der medikamentösen Therapie Wegen der möglichen Nebenwir- kungen sollte man immer mit einer niedrigen Dosis beginnen und diese erst langsam anheben. Man muss auch bedenken, dass es im Alter zu einer veränderten Meta- bolisierung mit Kommulationsge - fahr kommt. Leider gibt es kaum Medikamentenstudien mit alten Patienten, interessant wären „low dose“ Studien, besonders Retard- formulierungen lassen sich vielfach nicht teilen und können somit nicht niedriger dosiert werden. Vorteilhaft ist die zusätzliche Einnahme von Ballaststoffen mit der Nahrung oder über z. B. Laevolac® , da besonders ältere Patienten zur Obstipation neigen. Eine Übersicht über alle Anti - cholinergica inklusive Dosierung gibt Tab. 1. Die absoluten und relativen Kontraindikationen sind aus Tab. 2 ersichtlich. Insgesamt liegt die Ansprechrate der anticholinergen Therapie um 75 %, wobei man aber nur in ca. 50 % mit einem wirklichen Be - herrschen der Symptome rechnen kann. Die einzelnen Antimus - karinika unterscheiden sich haupt- sächlich bezüglich der Neben - wirkungen. Fühlt sich der Patient unter einer anticholinergen Thera- pie gut, möchte aber nicht dau- ernd Medikamente nehmen, so sollte, wenn möglich, ausge- schlichen werden. Oft wird die Therapie auch nur in der kalten Jahreszeit, in der die Symptome öfter auftreten, eingesetzt. Andere Patienten verwenden die Anti - cholinergica nur situativ, wie z. B. bei Busreisen, W anderungen, Theaterbesuchen oder ähnlichen „heiklen“ Ereignissen. Wir wissen, dass die Abbruchraten der anticholinergen Therapie nach 4 Monaten um 40 % liegen und weiter bis auf etwas 60–80% nach einem Jahr ansteigen. Das liegt ein- erseits an der begrenzten klinischen Effizienz, bei gleichzeitig hoher Erwartung von Patientenseite und andererseits an den doch beträcht- lichen Nebenwirkungen. Realisti- sche Therapieziele, Nebenwirkun- gen und die guten Ergebnisse der Verhaltenstherapie sollten bei der Verschreibung eines Anticho li- nergikums bedacht werden. Literatur beim Verfasser Dr. Mons Fischer Präsident der MKÖ Ankündigung: 22. Jahrestagung der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) Ort: Miele Galerie Wals, Mielestrasse 1 in Salzburg Datum: 12.10.2012 10 Uhr bis 13.12.2012 13 Uhr Generalthema: „Effizienz einer modernen Inkontinenztherapie“ Näheres unter www.kontinenzgesellschaft.at MKÖ-Geschäftsstelle Schwarzspanierstraße 15/3/1, 1090 Wien Tel. + Fax: +43 1 4 02 09 28 Hotline Tel.: 08 10/10 04 55 E-Mail: info@kontinenzgesellschaft.at www.kontinenzgesellschaft.at, www.inkontinenz.at Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen in Österreich Beratungsstellen Burgenland Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Elisabeth Tschank, DGKS, KSB Esterhazystraße 26, 7000 Eisenstadt, Tel.: 0 26 82/6 01 37 10 Kärnten Ordination Dr. Gabriele Himmer-Perschak, Geyerschütt 1, 9020 Klagenfurt, Tel.: 04 63/50 33 50 Oberösterreich Volkshilfe OÖ – Waltraud Eder, DGKS, KSB Kaplitzstraße 2, 4020 Linz, Tel.: 07 32/34 05-4 30 Salzburg SALK – Rosalinde Schur, DGKS, KSB Müllner Hauptstraße 48, 5020 Salzburg Tel.: 06 62/4 48 25 86 00 Tirol c/o ISD Dr.-Glatz-Straße 1, 6020 Innsbruck Tel.: +43 (0)6 64/8 90 23 98 E-Mail: mkoe-tirol@gmx.at Wien, Niederösterreich, Steiermark, Vorarlberg Hotline Tel.: 08 10/10 04 55