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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2012

kontinenz aktuell März/2012 3 Editorial Die aktuelle Ausgabe unseres Publikationsorgans präsentiert sich in einem geänderten Erscheinungsbild. Das Segment „wissenschaftliche Bei- träge“ wurde deutlich erweitert, die Struktur der Zeitschrift vollständig überarbeitet. Dieser Schritt war erfor- derlich, um klinisch-wissenschaftliche Fachbeiträge zitierfähig zu machen, indem beispielsweise jedem Beitrag eine englischsprachige Zusammen- fassung vorangestellt und eine Lite- raturliste angefügt wird. Hintergrund für diese Änderung war der Wunsch der Gesellschaft eine fach- und sachkompetente wissen- schaftliche Information zu den aktuel- len Themen zur Har n- und Stuhlin- kontinenz anzubieten. Darüber hin- aus entspricht dies der Entwicklung, die die interdisziplinär aufgestellte Deutsche Kontinenz Gesellschaft in den letzten Jahren genommen hat mit dem Ziel, eine hohe Fach- und Sach- kompetenz zu erreichen. Diesem Anspruch wollen wir mit dem geän- derten Auftritt Rechnung tragen. Erstmals hat die Deutsche Kontinenz Gesellschaft ein Pilotprojekt gestar- tet, in dem über 9 000 zusätzliche Zeitschriften dieser und der nächsten zwei folgenden Auflagen an ausge- wählte allgemeinmedizinische Pra- xen mit zusätzlichen Infobroschüren über die Deutsche Kontinenz Gesell- schaft verteilt werden. Enttabuisie - rung und sachkompetente Infor m- ation ist das hehre Ziel dieses Projektes. Dazu gehört natürlich und an erster Stelle wissenschaftliche Expertise, mit der wir mit der Gesell- schaft und unserem Publikations - organ der aktuellen Urologie mehr Gewicht erlangen möchten in der medizinischen Gesundheitswelt. Ein- flussnahme durch V ersorgungsfor- schung. Fakten liefer n wo sie feh- len, um die Wahrnehmung unseres Themas zu schärfen und mehr Gehör zu erlangen, auch im politischen Umfeld. Mit dem Ziel Missstände aufzude- cken und Betroffenen helfen zu kön- nen führen wir ganz aktuell eine Patientenbefragung zu der Verwen- dung saugender Hilfsmittel bei In - kontinenz durch. Mit Hilfe des allge- genwärtigen Internets sind Patienten aufgefordert über unsere Webseite an dieser Befragung teil- und Stellung zu nehmen: wie es den Betroffenen mit der gefühlt ungleichen Regelung seitens der Politik und der Kranken- kassen über die erstattungsfähige Verwendung saugender Hilfsmittel ergeht. Die entscheidende Frage, die es zu beantworten gilt, lautet: ob der „billige Jakob“ tatsächlich ausreicht oder nur ein vermeintlich vordergrün- diges Kostendämpfungsmodell dar- stellt. Dass wir damit aktueller sind denn je, war nicht vorhersehbar, denn wenn Kassen gemeinsame Über- schüsse in Milliardenhöhe er wirt- schaften, der versicherte Patient da- bei trotzdem auf der Strecke bleibt, stellt sich berechtigterweise die Fra- ge, was das Ganze eigentlich soll? Die wissenschaftlichen Themen die- ser Ausgabe beschäftigen sich mit der Krankheit im Alter: Wann ist man alt, wie geht man damit um und was passiert mit Komorbiditäten. Ich empfehle dem Leser alle drei wis- senschaftlichen Artikel sehr genau und kritisch zu verinnerlichen, da sie das Problem der Harninkontinenz mit dem Älterwerden und den damit ver- bundenen multiplen Erkrankungen sehr gut darstellen. Ihr Augenmerk möchte ich auch auf den zweiten Teil des MKÖ-Beitrages von Herrn Fischer lenken, der sich zu den Blasenfunktionsstörungen im Al- ter mit Teil 2 nochmals zu Wort mel- det. Der Teil, der sich mit den Nach - richten aus der Gesellschaft beschäf- tigt, ist für diejenigen, die keine Zeit fanden zu den sehr gut besuchten Fortbildungen wie den Bamberger Gesprächen und vor allem dem Jah- reskongress nach Köln zu reisen. Er gibt einen kurzen Überblick, was an Neuerungen gezeigt und diskutiert wurde. Köln war in der T at einmal mehr ein Highlight, was den beiden Kongresspräsidenten Herrn Prof. Dr. Eypasch und Herr n PD Dr . Braun geschuldet und zu danken ist. Enor- mes Engagement mit exzellent aus- gewählten Beiträgen haben einmal mehr gezeigt, dass Interdisziplinari- tät Monogamie um Längen schlägt! Zum Thema Zertifizierung der Kon- tinenz- und Beckenbodenzentren stel- le ich fest, dass wir mehr als erfolg- reich waren und sind, da mittlerwei- le 60 dieser Zentren in Deutschland zertifiziert sind. Damit ist die Deut- sche Kontinenz Gesellschaft weltweit die einzige Organisation, die zum Wohle aller, der Patienten und der Ärzte und im Grunde auch der Kran- kenkassen und der Politik, etwas Großartiges geschaffen hat. In die- sem Sinne soll es weitergehen, wofür unser trotz interdisziplinärer Beset - zung aufgestellte und dennoch har- monisch arbeitende Vorstand steht. Prof. Dr. Klaus--Peter Jünemann, 1. Vorsitzender der Deutschen Kontinenz Gesellschaft In neuem Licht