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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2012

Gesellschaft aktuell kontinenz aktuell März/2012 25 Pressemitteilung der Gesellschaft Am 4. und 5. November 2011 fand in Köln der 23. Jahreskongress der Deutschen Kontinenz Gesellschaft statt. Unter dem diesjährigen Motto „Kontinenz und Lebensqualität“ trafen sich Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen, um sich über den aktuellen Forschungsstand zur Behandlung von Inkon tinenz auszutau- schen. Dabei hätte der Veranstaltungsort nicht besser zum Motto passen können, denn Köln ist eine Stadt, deren Lebensfreude legendär ist – nicht nur durch Traditionen wie Karneval und „Kölsches Grundgesetz“. Sogar das W etter spielte mit und so eröffnete Bür germeister Manfred Wolf bei strahlendem Sonnenschein die Veranstaltung. Stolze 1 500 Besucher zählte der Fachkongress. Die rund 300 Teilnehmer des im V orfeld stattfindenden Patientenforums diskutierten angeregt mit den Experten und hatten reichlich Gelegenheit, sich auch über beste- hende Kölner Selbsthilfegruppen zu informieren. Das rege Interesse fand seinen Niederschlag auch in der Presse: in den folgenden Tagen war das Thema Inkon- tinenz bundesweit in über vierzig Medien vertreten. Die mediale Präsenz spiegelte in diesem Fall gut die Verbreitung der verschwiegenen Volkskrankheit Inkon- tinenz wider, denn in Deutschland ist mittlerweile jeder Elfte betroffen – Tendenz steigend. Die Themenschwerpunkte des Kongresses waren: • „Wenn die Blase drückt – neue W ege in der Inkontinenztherapie“, Referent: Prof. Dr. Klaus-Peter Jünemann, Erster V orsitzender der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V., Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie, UKSH, Campus Kiel • „Beckenbodenschwäche der Frau“, Referent: Prof. Dr. Dr. h. c. Heinz Kölbl, Zweiter V orsitzender der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V ., Ärztlicher Direktor der Frauenklinik, Uni versitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz • „Stuhlinkontinenz – Heilung durch Dar mschritt- macher“, Referent: Prof. Dr. Ernst Eypasch, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Chirurgischen Klinik, Heilig Geist-Krankenhaus Köln • „Therapieoptionen der Belastungsinkontinenz bei Frau und Mann“, Referent: Priv .- Doz. Dr. Moritz Braun, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinder- urologie, Heilig Geist-Krankenhaus Köln Wie wichtig der Fachkongress für den interdisziplinären Austausch zwischen den Experten ist, belegt eine sim- ple Zahl: die Referenten entstammten 15 unterschied- lichen medizinischen Fachrichtungen. Das zeigt, dass aufgrund der häufig sehr komplexen Befundlage die sachgerechte Behandlung immer ein breites Spektrum ärztlicher Fachdisziplinen erfordert. Allein der regelmä- ßige Wissenstransfer zwischen den verschiedenen Spezialisten garantiert Behandlungskonzepte nach aktuellem Forschungsstand, wie sie in den zertifizierten Kontinenz- und Beckenboden-Zentren der Deutschen Kontinenz Gesellschaft angewendet werden. Denn eine erfolgreiche Therapie der Inkontinenz kann bei weitem über die „klassischen“ Fachbereiche Urologie oder Gynäkologie hinausgehen. Beteiligt sind häufig auch die Chirurgie oder die Geriatrie. Aber auch in der Kolo- proktologie oder Neurologie finden sich klassische Behandlungsmethoden für die Inkontinenz. Auf 66 Ständen konnten sich die Experten ein Bild von den Neuerungen bei Hilfsmitteln, Medizintechnik und pharmazeutischen Produkten machen. Doch alle wissenschaftlichen Neuerungen, die referiert wurden, mussten sich an der Wirkung auf die Lebens- qualität des Patienten messen lassen. Besonders inspirie- rend war hier der V ortrag von Prof. Paul Enck, der zunächst einen Paradigmenwechsel von der Behandlung physiologischer Befunde hin zum Leitgedanken der Verbesserung des Gesamtbefindens konstatier te. Die Auswertung dieses Therapieziels sei ebenfalls aktuell Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung. So werden derzeit nicht nur Skalen zur Erfassung der Lebensqualität, sondern auch Referenzgrößen lebhaft diskutier t. Unberührt von der akademischen Diskussion um die objektive Bewertung der Einflussnahme bestimmter Therapieformen auf die Lebensqualität sei jedoch wich- tig, dass mit dieser Debatte die Patientensicht unwider- ruflich Eingang in die medizinische Betrachtung gefun- den habe. Fazit der Veranstaltung: Bei einer Vielzahl konven- tioneller Therapien und zusätzlich etwa 300 Ope - rationsmethoden sind Fortbildung und ständiger Wissen- stransfer unabdingbar. In Köln gab es reichlich Gelegen- heit, sich fortzubilden und zu vernetzen. Damit ist klar, was die Mehrzahl der T eilnehmer am 9. und 10. November 2012 tun wird: sie werden sich in Würzburg auf dem 24. Jahreskongress der Deutschen Kontinenz Gesellschaft wiedersehen. 23. Jahreskongress stand unter dem Motto „Kontinenz und Lebensqualität“