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kontinenz aktuell - Ausgabe 01-2012

Abb. 5: Logistische Regressionsanalyse: Wahrscheinlichkeit eines pathologischen Befundes in der Urodynamik (wheel chair = Rollstuhl, pad = Vorlage, relapsing remitting MS = schubförmige MS) relapsing remitting MS n = 56 > 1 pad/d n = 83 EDSS ≥ 6,5 (wheel chair) n = 100 no yes urodynamic evaluation pathological: 14/14 urodynamic evaluation pathological: 20/22 urodynamic evaluation pathological: 17/22 urodynamic evaluation pathological: 15/33 no yes yes no kontinenz aktuell März/201218 Titelthema tinenz. So wurden von etwa 400 Patienten 100 zur urologischen Evaluation vorgeschlagen. Hierzu zählten: Urinstatus, Sonographie des oberen Harntraktes, Restharn- sonographie und eine urodynami- sche Messung nach ICS-Standard (Katheter-Restharnbestimmung, Zystomanometrie in sitzender Po- sition mit Auffüllen der Harnblase in physiologischer Füllgeschwin - digkeit mit 37 Grad Celsius war- mer physiologischer Kochsalzlö - sung, PQ-Plot, Urethradruck-Profil und optional Urethra-Stressprofil, Flow-EMG) (24). Als Ausschluss - kriterien wurden definiert: Bereits stattgehabte neuro-urologische Diagnostik, eine die Urodynamik unmöglich machende Immobilität (Bettlägerigkeit) bzw. fehlende Kommunikationsfähigkeit oder ein Nitrit-positiver Harnwegsinfekt. Statistische Methoden Für die Auswer tung der Daten wurde die Software SAS V ersion 9.2 verwendet. Deskriptiv wurden statistische Kennzahlen wie das Minimum, Maximum, der Mittel - wert und die Standardabweichung berechnet. Grafisch wurden Box- plots, Streudiagramme und Kreis- diagramme dargestellt. Univariat wurden für eine Auswahl an potentiellen Determinanten logi- stische Regressionsmodelle be- rechnet. Die abhängige Variable ist das Vorliegen eines pathologi- schen Befundes in der End dia- gnose des Urologen. Zur Konstruk- tion eines Entschei dungsbaumes wurde sukzessiv die Variable als Entscheidungskriterium gewählt, die univariat den größten Einfluss, gemessen an dem Wald-Chi-Qua- drat Wert in der logistischen Re - gression, auf die Zielvariable hat. Das Verfahren bricht ab, sobald keine der potentiellen Einfluss - größen im Wald-Test einen p-Wert < 0.05 mehr erreicht. Ergebnisse Zwischen Oktober 2009 und März 2011 wurden insgesamt 100 Pa- tienten (mittleres Alter: 49,4 ± 10,9 Jahre), davon 79 Frauen (mittleres Alter 50,6 ± 11,2 Jahre) und 21 Männer (mittleres Alter 45,14 ± 8,52 Jahre) lt. Protokoll mit einer primär progressiven MS (n = 9), schubför migen MS (n = 47), sekundär progressiven MS (n = 43) und einem clinical isolated syndrome CIS (n = 1) untersucht. Die Patienten mit einer Erstmani - festation, die eine Beurteilung des Verlaufs naturgemäß noch nicht zuließ, wurden der schubförmigen MS zugeschlagen. Die mittlere Dau- er der MS betrug 10,26 ± 10,09 Jahre, die der Harntraktbeschwer- den 6,9 ± 7,75 Jahre. Hinsichtlich der Beziehung beider Parameter ergab sich ein buntes Bild: teilweise gingen die LUTS der Diagnosestellung der MS vor- aus, teilweise traten LUTS erst nach jahrzehntelanger MS-Dauer auf (Abb. 1). Tendenziell war bei der MS vom schubför migen Typ ein zur MS-Diagnose zeitnaher Beschwerdebeginn der LUTS zu sehen. Abb. 4: Relation urodynamischer Diagnosen und Grad der Behinderung (EDSS) 8 normal OAB + OAB – DSD hypotonia atonia others none 6 4 2 0 EDSS + + + + + + + +