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Wissenschaftliche Beiträge


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Operative Konzepte einer Wiederherstellung der verlorengegangenen oder geschwächten Blasenverschlussfunktion müssen daher den dynamischen Belastungssituationen des Blasenauslasses und der gleichzeitigen Prävention einer Druckatrophie bzw. Arrosion Rechnung tragen.

Zirkulär wirkende Kompressoren wie artifizielle Sphinkter bergen trotz nachweislich guter Effektivität immer das Risiko einer Gewebsatrophie mit konsekutivem Funktionsverlust oder Arrosionsrisiko. Hemizirkulär wirkende Prinzipien wie Schlingenplastiken oder subsphinktere Polster (z.B. ProAct) vermeiden dieses Risiko, können aber einen ventral afunktionellen Sphinkter infolge TUR-Läsion nicht immer suffizient refunktionalisieren. Durch das Fehlen beweglicher mechanischer Elemente vermeiden FZP und ProACT Materialverschleiß und Funktionsdefekte. Beim artifiziellen Sphinkter hingegen kommt es unter der Dauerbelastung der urethralen Silikonmanschette oft zu einer langfristigen Materialermüdung mit konsekutiver Manschettenleckage, welche eine Reoperation erzwingt. ProACT und artifizieller Sphinkter basieren beide auf der Implantation von Siliconkörpern, welche per se einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind und im Falle einer bakteriellen Oberflächenbesiedlung sofort explantiert werden müssen. Absolute intraoperative Sterilität stellt daher bei diesen Verfahren eine conditio sine qua non dar.

Die schlechtesten Langzeitergebnisse aller operativen Verfahren zur Therapie der Post-Prostatektomieinkontinenz weisen transurethral eingebrachte submuköse Unterpolsterungssubstanzen auf, sogenannte "Bulking Agents". Je nach verwendetem Material (Kollagen, Hyaluronsäure-Dextran-Copolymer, Silikonmakropartikel, Teflon, Carbonpartikel) liegen entweder keine Langzeitergebnisse vor, oder die Resultate zeichnen sich eher durch Partikelmigration oder -resorption mit resultierendem Wirkungsverlust als durch Langlebigkeit aus. Darüberhinaus verkürzt sich nach jeder Auffrischungsinjektion das Wirksamkeitsintervall und die Sphinktersklerosierung und -defunktionalisierung durch Narbenbildung schreitet fort.

Eine denovo-Drangentwicklung kann den Erfolg einer kontinenzwiederherstellenden Operation wieder zunichte machen. Daher sollte jede Post-Prostatektomie-Inkontinenz urodynamisch abgeklärt werden.


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